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Ingenieure in der Eifel händeringend gesucht

Mürlenbach. Ingenieure in der Eifel sind Mangelware, besonders die Metallbranche sucht Fachkräfte. Die Brancheninitiative Metall & Maschinenbau nimmt sich dieses Themas an. Bei ihrem ersten Netzwerktreffen bei der Feluwa Pumpen GmbH in Mürlenbach haben sich über 50 Teilnehmer mit dem Dualen Studium im Maschinenbau beschäftigt. Helmut Gassen

Mürlenbach. Die Feluwa Pumpen GmbH aus Mürlenbach sucht händeringend in Anzeigen in Zeitungen oder bei Veranstaltungen an Hochschulen nach hochqualifizierten Mitarbeitern aus dem Ingenieurbereich. Schöne Landschaft lockt eben Fachkräfte nicht allein in die Region.
Das Unternehmen aus der Eifel ist ein Global Player, der Pumpen in die ganze Welt liefert und mit seinen Maschinen eine besondere Stellung einnimmt. "Fachkräfte in der Produktion und Ingenieure sind bei uns nach wie vor ein Thema, in der Eifel gibt es einfach zu wenig Ingenieure. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Trier ist uns deshalb ganz wichtig, weil wir sehr hohe Anforderungen an unsere Mitarbeiter haben", sagt Rudolf Gänsl, Geschäftsführer des Unternehmens.
Die Feluwa bildet zurzeit zwei sogenannte "Azudenten" im Beruf Industriemechaniker zusammen mit der Hochschule Trier aus. "Die Idee dazu ist praktisch aus der Not entstanden, weil wir keine Fachkräfte in Mürlenbach rekrutieren konnten. Wir sind wirklich über jede hoch motivierte Fachkraft hier froh", sagt Dipl.-Ing. (FH) Daniel M. Nägel, der seine zwei kommenden Fachkräfte Pascal Theis und Tobias Saxler auf ihrem Weg betreut.
Praxis und Theorie als Rüstzeug


Ist das Duale Studium nun die Lösung für dieses Problem? "Das duale Studium hat Vorteile durch die Ausbildung als Grundlage, denn wir brauchen mehr Praxis. Aus der Praxis zu kommen, ist auch ein gutes Argument bei einer Einstellung", meint Christian Reuter von der IHK Trier zu den Erwartungen an Hochschulabsolventen, die den Ingenieurtitel im Maschinenbau als Ziel haben. Das Angebot eines Dualen Studiums richtet sich, so Reuter, immer an die Besten. Momentan sind bei der IHK Trier nur 32 Studenten mit einem Ausbildungsvertrag im Dualen Studium registriert. Viel zu wenig, wie auch Prof. Dr.-Ing. Karl Hofmann-von Kap-herr von der Hochschule Trier findet.
Die Kombination aus einer vollwertigen Berufsausbildung und einem Studium in vier Jahren ist für den Trierer Professor das ideale Rüstzeug für eine Karriere in Unternehmen. "Die Jungs, die eine Ausbildung im Dualen Studium absolvieren, sind oft schwer im Vorteil", weiß er. Inzwischen hat auch die Feluwa als Förderer des Dualen Studiums in der Eifel sogar schon Anfragen von Abiturienten aus Mainz und Kaiserslautern, die dieses Jahr ihren Abschluss machen. Auch Hans- Werner Hommelsen, Geschäftsführer des Warmpresswerkes Max B. Schachmann aus Niederstadtfeld, hat seit fünf Jahren Kontakt mit dem Dualen Studium.
"Wir haben positive Erfahrungen gemacht. Die Studenten sind bodenständig und fühlen sich wohl hier. Man muss den jungen Menschen nur die entsprechenden Möglichkeiten geben", sagt er. Pascal Theis und Tobias Saxler bereuen ihre Entscheidung für das Duale Studium bei der Feluwa nicht. "Mein Ziel ist es, nach dem Studium hier zu bleiben, ich habe hier gute Einblicke bekommen", sagt Tobias Saxler. Daniel M. Nägel freut das und er kann ihnen eine positive Zukunft versprechen. "Bei uns haben sie alle Möglichkeiten, in Führungspositionen zu kommen und etwas mitzugestalten", sagt er.
Das Internetportal
www.eifel-azubi.de bietet die Möglichkeit, einen Ausbildungsplatz kombiniert mit dem Duales Studium bei verschiedenen Firmen zu finden. Das Portal wurde vom Arbeitskreis Schule/Wirtschaft in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel mbH erstellt.
Extra

Hermann Simon ( Wagner Maschinenbau, Kelberg): Wir hatten eine kleine Durststrecke vom Oktober bis Februar, die Umsätze 2012 waren einigermaßen, man merkt jetzt, dass es wieder aufwärtsgeht. Solange unser Hauptkunde Daimler viele LKW baut, geht es uns gut. Wir haben derzeit 120 Mitarbeiter und konnten sie mit zwei Monaten Kurzarbeit auch in der schlechten Phase halten. Rudolf Gänsl (Feluwa Pumpen GmbH, Mürlenbach): Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens ist sehr gut. Wir werden im Juni/Juli besonders umsatzstarke Monate haben. Man merkt inzwischen aber auch, dass einige Projekte bei Minengesellschaften in der Welt verlangsamt werden, um Werkstoffe zu verknappen. Unsere Mitarbeiterzahl liegt konstant bei 125, wir arbeiten zurzeit auch mit Leiharbeitern, um die Spitzen abzubauen. Hans- Werner Hommelsen (Warmpresswerk, Niederstadtfeld): Wir hatten im vergangenen Jahr eine Vollauslastung, die wir auch jetzt noch haben. Trotzdem gehen wir davon aus, dass die Produktion Mitte des Jahres etwas abfällt und eine kleine Abschwächung kommt. Das kann bis zu zehn Prozent sein. Wir hängen sehr stark am Nutzfahrzeugsektor und der Markt flaut tendenziell hier etwas ab. Wir haben 150 Mitarbeiter und gehen davon aus, dass wir alle halten können. Stefan Assion (EILTEC GmbH & Co. KG, Wiesbaum): Wir haben erst im vergangenen Jahr begonnen. Dieses Jahr fängt bei uns sehr interessant an, weil das Thema Energiesparen für alle Unternehmen eine sehr hohe Priorität hat und wir deshalb sehr gut starten konnten. Für uns geht es im Moment nur voraus. Wir haben drei feste und fünf freie Mitarbeiter. hgExtra

Die Brancheninitiative Metall & Maschinenbau wurde im März 2012 im Rahmen der Zukunftsinitiative Eifel beim Innovationsforum der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel mbH (WFG) ins Leben gerufen. Ziel ist es, Unternehmer aus den Bereichen Metall & Maschinenbau eine Plattform zu bieten sich untereinander besser kennen zulernen und so strategisch ausgerichtete Netzwerkaktivitäten zu fördern und stärken. Die Etablierung der Brancheninitiative Metall & Maschinenbau erfolgt im Rahmen des INTERREG IV A-Projektes "TeTRRA", sich mit dem Technologie- und Wissenstransfer in ländlichen Regionen beschäftigt. hg