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Jeder hilft den Bauern mit Geld

Jeder hilft den Bauern mit Geld

Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union soll im Jahr 2013 reformiert werden. Fördermittel könnten dann gekürzt werden. Die deutschen Bauern wollen das nicht und argumentieren mit existenziellen Sicherheiten für die Bevölkerung.

Koblenz. 53 Milliarden Euro kostet die Gemeinsame Agrarpolitik in der EU den Steuerzahler, eine enorme Summe. Für den Einzelnen sind das gerade mal 29 Cent pro Tag, halten die Bauern dagegen - ein Frühstücksbrötchen sozusagen. Und zwar ein Brötchen aus hochwertigem Weizen oder Roggen, der nach strengen Umweltschutzstandards erzeugt wurde: Die Landwirte müssen sich an jede Menge Auflagen halten und pflegen darüber hin aus die Kulturlandschaft, betont der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau.

Blum: Subventionen machen Nahrungsversorgung sicher



Die klimapolitischen Ziele seien auch nur mit der Landwirtschaft erreichbar - so hat sich in Rheinland-Pfalz die Erzeugung von Energie aus Biogas in den vergangenen sechs Jahren auf 15 000 Megawattstunden verdreifacht.

All diese Leistungen "gibt es nicht zum Nulltarif", sagte Verbandspräsident Leo Blum gestern in Koblenz bei der Erläuterung der Aktion. Mit dem 29-Cent-Vergleich positionieren sich die Bauern für die 2013 anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. Sie wollen rechtzeitig Pflöcke einrammen, damit die Politik nicht auf die Idee kommt, die Fördermittel zusammenzustreichen.

Aber warum kann ein Bauer nicht genauso ohne Dauersubvention leben wie ein Autobauer?

Für Leo Blum geht es um grundverschiedene Dinge. Sein Auto könne der Verbraucher auch mal ein Jahr länger fahren, die Ernährung müsse aber Tag für Tag sichergestellt sein - für Menschen vom Baby- bis zum Greisenalter: "Das können wir doch nicht allein dem freien Spiel der Märkte überlassen."

Gesellschaft soll Landwirtschaft stabilisieren



Die Weltbevölkerung nimmt rasant zu, während der Klimawandel bisher fruchtbare Flächen vernichtet.

Sich da völlig von Importen landwirtschaftlicher Erzeugnisse abhängig zu machen, halten die Bauern für gefährlich.

Andererseits können sie nach eigener Einschätzung den ausländischen Konkurrenten, die niedrigere Löhne zahlen und weniger Auflagen einhalten müssen, nicht allein standhalten - zumal die Preise, getrieben durch Spekulanten, immer heftiger schwanken.

Ein gewisses Maß an Stabilität fordern die Landwirte deshalb von der Gesellschaft - und das kostet jeden Deutschen 29 Cent pro Tag.