Jetzt wird verhandelt

Kabel Deutschland baut auch in der Region Stellen ab. Bei der Betriebsversammlung in Neustadt wurden zwei Modelle zur Neustrukturierung vorgestellt.

Trier/Neustadt. (ves) Zwei Konzepte zur Neuorganisation des Unternehmens hat Kabel Deutschland bei der gestrigen Betriebsversammlung in Neustadt an der Weinstraße vorgelegt. Das Unternehmen hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, deutschlandweit 300 Stellen zu streichen (der TV berichtete). 48 Mitarbeiter hat Kabel Deutschland allein in Trier.

Für 12 Uhr hatte der Betriebsrat noch eine spontane Demonstration angesetzt. 95 Prozent, also 140 der rund 150 Mitarbeiter aus der Region Rheinland-Pfalz/Saarland, seien dabei anwesend gewesen, so der Betriebsratsvorsitzende der Region, Michael Lehnert. "Als Modell A steht eine komplette Auslagerung im Raum, die 640 der bundesweit 720 Mitarbeiter betreffen würde", so Lehnert. Beim Modell B - so sehe es das Konzept der Geschäftsführung vor - würden bundesweit 313 Stellen, 30 davon in Rheinland-Pfalz gestrichen. "Die Betriebsversammlung ist sehr ruhig verlaufen", sagte Lehnert. Gerhard Mack, Kabel-Deutschland-Verantwortlicher für den Bereich Internet und Telefon, habe die "rauen Tatsachen" mit den Notwendigkeiten des harten Wettbewerbs begründet.

Dem Betriebsratvorsitzenden für Rheinland-Pfalz/Saarland war besonders die Solidarität seiner Mitarbeiter wichtig: "Alle haben erkannt, dass es zwar heute um den Bereich Technik, aber schon morgen um die anderen Bereiche gehen könnte." Denn die Beschäftigungssicherung gelte nur bis Ende des Jahres. Nach Aussage Lehnerts möchte Kabel Deutschland schon bis Ende Oktober alles geklärt haben, um das neue Konzept zum 1. Januar 2009 umsetzen zu können. "Der Arbeitgeber hat uns nun zum Interessensausgleich aufgefordert", sagte Lehnert. Die Verhandlungen sollen bereits am morgigen Donnerstag beginnen.

Der Kommentar von Pressesprecherin Insa Calsow auf TV-Anfrage fiel knapp aus: "Dies sind innerbetriebliche Veranstaltungen zu laufenden Verhandlungen, zu denen wir uns derzeit nicht äußern möchten."