1. Region
  2. Wirtschaft

Kaeswurm geht mit einem 4:0

Kaeswurm geht mit einem 4:0

Zum letzten Mal nach neun Jahren hat gestern Hans Dieter Kaes wurm, Chef der Agentur für Arbeit Trier, die regionalen Arbeitsmarktzahlen vorgelegt. "Ich gehe mit einem erfreulichen 4:0 in den Ruhestand", sagt der Agentur-Chef lächelnd. Die Arbeitslosenquote ist im August auf vier Prozent gesunken, 10 365 Menschen suchen eine Stelle.

Trier. Seit fast zehn Jahren führt der Saarländer Hans Dieter Kaes wurm die Agentur für Arbeit in Trier. In dieser Zeit hat sich vieles geändert - aus dem Arbeitsamt ist die Agentur für Arbeit geworden - ein neues Gebäude steht in Trier, und die Beamten sehen sich heute selbst als Dienstleister. Diese Entwicklung trägt in Trier vor allem die Handschrift von Hans Dieter Kaeswurm, der 1999 von Dresden nach Trier wechselte. Damals waren in der Region rund 17 000 Menschen auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote lag damals bei rund 7,5 Prozent.

August bringt Chance für Jugendliche



Im August 2008 sieht die Situation ganz anders aus. "Ich kann mich mit einem 4:0 verabschieden", sagte der am 31. August ausscheidende Agentur-Chef. Genau 10 365 Menschen in der Region Trier suchen eine Arbeitsstelle. "Vor allem Jugendliche haben im vergangenen Monat noch einmal Stellen gefunden. Viele, die nach der Ausbildung zuerst ohne Job waren, sind nun untergekommen", sagte Kaeswurm. Gegenüber Juli sind 328 Menschen weniger arbeitslos. Der Vergleich zum August des Vorjahres fällt noch deutlicher aus: Damals waren 11 289 Menschen ohne Arbeitsstelle.

Zuverlässigkeit als Schlüssel zum Erfolg



Auf seine "Trierer Jahre" gesehen macht Kaeswurm eine bedeutende Entwicklung auf dem luxemburgischen Arbeitsmarkt aus, die in die Region strahlt. "Früher hatten wir etwa 11 000 Pendler, die in Luxemburg gearbeitet haben, heute sind es 28 000." Aber auch im Bereich des Tourismus und in Dienstleistungsbranchen erkenne er deutlich positive Entwicklungen.

Maßgeblichen Anteil für die positive Entwicklung hat nach Kaeswurms Ansicht die engagierte Arbeit der Arbeitsgemeinschaften (Argen). "Die Argen betreuen mehr als die Hälfte der Arbeitslosen und haben mit ihrem Einsatz viel geleistet", hob der scheidende Agentur-Chef hervor.

Was Kaeswurm in der Region besonders schätzen gelernt hat, verrät er auch auf seiner Abschluss-Sitzung: "Es war nicht immer leicht, die Menschen in der Region zu überzeugen, aber wenn man das geschafft hat, dann haben sie absolut zuverlässig hinter einem Engagement gestanden." Diese Zuverlässigkeit sei auch bei vielen Aktionen der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Dabei war das "normale" Tagesgeschäft für Kaeswurm eine wichtige Herausforderung: "Man muss im Alltag bestehen."

Aber natürlich wird mit seinem Wirken auch immer der Umzug in das neue Gebäude in der Dasbachstraße verbunden sein sowie die Einrichtung der Argen und eines seiner "Steckenpferde" - das Vermittlungsprogramm "50 +" für ältere Arbeitnehmer.

"Ich glaube, wir sind in der Region gut aufgestellt, und mein Nachfolger Wolfram Leibe wird die Entwicklung weiter voranbringen."

Hans Dieter Kaeswurm freut sich indes auf neue Aufgaben: "Demnächst wird mein dritter Enkel getauft. Ansonsten nehmen mich Familie und Garten in Beschlag." Zudem möchte Kaeswurm im karitativen Bereich Verantwortung übernehmen und aus dem nahen Saarland möglichst oft die Region besuchen. Stichwort: Arbeitsmarkt Manchmal steht man irgendwo hoch oben, dort ist es windig und ungemütlich. Dann ist jede Stufe, die man runtergeht, eine Freude. Ähnlich ist es mit der Arbeitslosigkeit. Sie war in Deutschland lange sehr hoch. Und vielen Menschen ohne Job ging es schlecht. Nun sinkt die Zahl der Arbeitslosen seit rund drei Jahren. Jeder Schritt nach unten sorgt für ein kleines Aufatmen. So war es auch am Donnerstag. Da gab die zuständige Arbeitsbehörde in Nürnberg bekannt: Im August sank die Zahl der Männer und Frauen ohne Arbeit auf unter 3,2 Millionen. Vor einem Jahr waren 500 000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Bundesagentur für Arbeit nennt die Zahlen einmal pro Monat. Politiker und Wirtschaft warten darauf mit Spannung, denn die Menge der Arbeitslosen hängt damit zusammen, wie es der Wirtschaft geht.