Kammer: Kein Grund zur Panik

Geschäftslage zufriedenstellend, Erwartungen abgestürzt, so kann man die jüngste Konjunktur-Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier auf zwei Kernpunkte reduzieren. Dennoch warnt die IHK vor unnötiger Panik. "Die Ausgangslage, in der uns die Krise trifft, ist so gut wie nie zuvor", sagt IHK-Präsident Peter Adrian bei der Vorstellung der Umfrage.

Trier. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen in der Region Trier haben sich infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise massiv eingetrübt. Obwohl von einem tief greifenden Konjunktur-Einbruch bislang nicht die Rede sein kann, rechnet mehr als die Hälfte der befragten IHK-zugehörigen Unternehmen im laufenden Jahr mit einem Rückgang der Betriebskonjunktur. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Konjunktur-Umfrage der IHK Trier, an der sich rund 170 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligt haben.

Unterschiedliche Bewertung



Sowohl der IHK-Präsident Peter Adrian als auch IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel sehen keinen Grund zu übertriebenen Reaktionen oder gar zur Panik. Dass Konjunktur-Abschwung und die Finanzkrise zusammentreffen, sei außergewöhnlich und hätte sicher schwerwiegende Folgen. "Doch es gibt eine ganze Reihe von Entlastungen. Sinkende Energie- und Rohstoffpreise, niedrige Zinsen, eine geringe Arbeitslosigkeit und keine Kreditklemme in der Region helfen den Unternehmen", sagt Adrian. Die 170 Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, beschäftigen rund 15 000 Mitarbeiter und kommen etwa zu je einem Drittel aus den Bereichen Industrie/Bau, Handel und Dienstleistung.

"Mit etwas Glück kann's im Sommer aufwärts gehen"



Fast drei Viertel der Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Lage noch als befriedigend oder besser, nur jedes fünfte der befragten Unternehmen berichtet von einem schleppenden Geschäftsverlauf. Äußerst skeptisch blicken die regionalen Betriebe jedoch auf die künftige Entwicklung. Über die Hälfte der Betriebe geht davon aus, dass sich die eigene Betriebskonjunktur in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern wird, weitere vier von zehn rechnen mit einer konjunkturellen Seitwärtsbewegung.

Mit Blick auf die Beschäftigungszahlen zeigt sich ein differenziertes Bild: Insgesamt rechnen 66 Prozent der befragten Firmen mit steigender (fünf Prozent) oder gleichbleibender (61 Prozent) Mitarbeiterzahl. "Sorgen bereitet vor allem die Entwicklung im Industriesektor. Aufgrund der guten Ausgangslage stellt sich der Saldo der aktuellen Geschäftslage zwar noch positiv dar, jedoch erwarten 60 Prozent der Betriebe eine Verschlechterung der Geschäfte", so IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel. Wohl auch deshalb gehen die Industriebetriebe mit 45 Prozent am ehesten von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus. Immerhin aber 52 Prozent glauben, dass sich die Beschäftigungszahl stabil verhält, drei Prozent planen sogar das neue Jahr mit einer höheren Belegschaft.

Die IHK-Führungsspitze zeigt sich angesichts der Lage und der Erwartung dennoch optimistisch. "Wir sind in der Region gar nicht so schlecht aufgestellt. Mit etwas Glück könnte es sogar im Sommer schon wieder etwas aufwärtsgehen", sagt Hauptgeschäftsführer Arne Rössel. Und auch der Präsident der Industrie- und Handelskammer will sich trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen nicht so leicht einschüchtern lassen: "Es gibt Probleme und Gefahren, doch aufgrund der bisher guten Lage in der Region wollen wir hoffen, dass die Landung für uns nicht allzu hart wird", sagt Adrian.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort