Kartellamt nimmt Milchmarkt unter die Lupe

Kartellamt nimmt Milchmarkt unter die Lupe

Das Bundeskartellamt will die Lieferbedingungen zwischen Landwirten und Molkereien überprüfen. In einem Pilotverfahren werden zunächst die Kontrakte der norddeutschen Großmolkerei Deutsches Milchkontor (DMK) GmbH sowie ihrer Muttergesellschaft Deutsches Milchkontor eG untersucht.

Bonn. Im Fokus des Kartellamtes stehen dabei vor allem lange Vertragslaufzeiten sowie Klauseln, die Milcherzeuger verpflichten, ihre gesamte Milch vollständig an "ihre Molkerei" zu liefern. Kartellamtspräsident Andreas Mundt betonte: "Unser Verfahren kann nicht die aktuelle Krise am Milchmarkt lösen." Kartellrechtskonforme Lieferbedingungen könnten aber dazu beitragen, dass der Milchmarkt mittelfristig besser funktioniere. Mundt: "Der Wettbewerb der Molkereien um die Rohmilch wird durch die Bedingungen möglicherweise eingeschränkt und eine wirksame Mengensteuerung über den Markt behindert. Das ginge zulasten der Landwirte."
Seit längerem leiden die deutschen Milcherzeuger unter niedrigen Milchpreisen. Experten gehen davon aus, dass die Bauern 40 Cent je Liter Milch benötigen, um auskömmlich zu wirtschaften. Seit Monaten bekommen sie aber nur noch rund 25 Cent. Der Milchindustrie-Verband, zu dem bundesweit rund 100 Molkereien und Milchbetriebe gehören mit einem Jahresumsatz von 23 Milliarden Euro, begrüßt die Untersuchungen. Gleichzeitig warnt der Verband aber auch, "dass in Deutschland auf die gleiche Art Rohmilch angekauft werde wie in anderen europäischen Molkereien". Eine etwaige Änderung der Bedingungen müsse deshalb auch europäisch gelten. hw

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