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Kaufhof: Steht Schließung für ein Galeria-Haus in Trier fest?​

Krise : Galeria-Kette: Steht das Aus für ein Haus in Trier fest?

Neue Berichte konkretisieren, welche Filialen der Warenhauskette Galeria womöglich vor der Schließung stehen. Auch Zahlen, wie viele einstige Kaufhof- und Karstadt-Häuser verschwinden, werden genannt.

Während in der Galeria-Zentrale in Essen erst für März konkrete Angaben über Filialschließungen angekündigt wurden, sollen jetzt bereits die Standorte feststehen. Sogar die genaue Größenordnung an Kaufhäusern des angeschlagenen Konzerns wird genannt, die es wohl bald nicht mehr geben wird.

Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Sie nennt in ihrem Bericht zahlreiche Standorte, die im Zuge der Sanierung der Warenhauskette verschwinden könnten. Zwar sollen es weniger als die zuletzt 90 genannten einst selbstständigen Karstadt- und Kaufhof-Häuser sein.

Süddeutsche Zeitung nennt Zahl der von Schließung bedrohten Galeria-Kaufhäuser

Die Zeitung nennt aber mehr als die zu Beginn des Insolvenz-Verfahrens angekündigte Ausdünnung des Filialnetzes. Im Oktober gingen da die Experten von einem Drittel der heute noch 131 Standorte aus. Dabei seien besonders die Städte betroffen, in denen gleich zwei Häuser nahe beieinanderstehen. Das ist nach dem Medienbericht an 13 Standorten der Fall.

Im Saarland gibt es nach der Kaufhof-Schließung 2020 in Neunkirchen nur noch eine Stadt, wo Galeria präsent ist: die Landeshauptstadt Saarbrücken. Und dort sind zurzeit noch zwei Häuser geöffnet, die die Fußgängerzone Bahnhofstraße an beiden Enden flankieren. Eine ähnliche Ausgangslage stellt sich auch für Trier dar. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung soll in Saarbrücken und Trier mindestens ein Kaufhaus zum Opfer fallen. Der Gesamtbetriebsrat hatte in einem internen Schreiben an die Belegschaft Ende 2022 bereits angedeutet, dass Doppelstandorte gefährdet seien. Diplomatischer hieß es im Text: Sie stünden unter Beobachtung.

Ein regionaler Vertreter der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) wollte diese Aussage der Galeria-Arbeitnehmervertretung nicht als vorzeitige Entscheidung werten, dass prinzipiell an Doppelstandorten wie in Trier und Saarbrücken eine Filiale dem Rotstift zum Opfer fallen wird.

Standorte in Saarbrücken und Trier – was Verdi dazu sagt

Gewerkschaftssekretär Alex Sauer, zuständig für die Region zwischen Saar und Mosel, sagte der SZ, er sehe durchaus eine Chance zum Erhalt beider Häuser in Saarbrücken und Trier. Dafür müsse sich aber das Warenangebot in den Filialen an einem Standort voneinander unterscheiden. Entsprechende Vorschläge hätten die Belegschaften bereits ausgearbeitet und der Geschäftsführung unterbreitet. Jetzt sei es am Management, dies umzusetzen.

Galeria-Sanierer rechnet mit gewaltigem Stellenabbau

Eine weitere Meldung, die für Besorgnis sorgt: Es soll einen mächtigen Aderlass bei den Jobs geben. Das kündigte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz an. Besonders stark betroffen: die Zentrale. Das meldet die Wirtschaftswoche. Dort sind aktuell noch 1200 Menschen beschäftigt. Wie viele konkret gehen müssen, darüber machte Geiwitz den Berichten zufolge keine Angaben. Er dementierte jedoch, dass die Hälfte gehen sollen, und gehe von weit weniger aus.

 Krise bei Galeria: Laut Medienbericht steht bereits die Schließung mindestens eines Hauses in der Region fest. (Symbolbild)
Krise bei Galeria: Laut Medienbericht steht bereits die Schließung mindestens eines Hauses in der Region fest. (Symbolbild) Foto: dpa/Heiko Rebsch

Zudem müssten Mitarbeiter in den verbleibenden Filialen mit Kündigungen rechnen. Allerdings wolle der Chefsanierer keinen Kahlschlag, da Galeria heute schon mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen habe. Zurzeit zählt der Konzern Galeria noch mehr als 17 000 Arbeitsplätze.

Galeria braucht wohl Jahre bis zur Gewinnzone

Auch wenn es im März konkret wird, was Entlassungen und Schließungen betrifft, dauere es noch geraume Zeit, bis Galeria Karstadt Kaufhof aus den roten Zahlen herauskommt. Geiwitz rechnet dem Bericht zufolge mit bis zu vier Jahren. Erst dann werde die letzte große Warenhauskette in Deutschland wieder Gewinne verzeichnen.

Das Insolvenzverfahren bei Galeria

Galeria hatte im Oktober den Antrag auf ein Schutzschirmverfahren gestellt. Damit obliegt die Sanierung des Konzerns weitgehend in eigenen Händen. Bereits 2020 war es zu solch einem Insolvenzverfahren gekommen, welches mit dem Aus für bundesweit 40 Filialen und dem Verlust von mehr als 4000 Arbeitsplätzen endete. Anschließende Staatshilfen von 680 Millionen Euro konnten die zweite Insolvenz nicht verhindern.

So geht es den Galeria-Tochterunternehmen

In den Sog der Zahlungsschwierigkeiten wurden auch die formal selbstständigen Gesellschaften für Feinkost und Gastronomie hineingezogen. Für die Galeria-Warenhauskette sowie die Lebensmittel-Gesellschaft mit eigenen Verkaufsbereichen in den Kaufhäusern bestehen mittlerweile neue Tarifverträge. Die Beschäftigten der Galeria-Restaurants hingegen warten weiterhin auf Abschlüsse. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) verhandelt hier zurzeit.