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Keine Angst vor der Krise: Firmen in der Region profitieren vom Standort

Keine Angst vor der Krise: Firmen in der Region profitieren vom Standort

Herausforderungen: Ja. Panik: Nein. Trotz der Euro-Krise und den Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten sind Unternehmer und Konjunkturexperten aus der Region Trier für das nächste Jahr vorsichtig optimistisch.

Gute Arbeitslosenzahlen, die Nähe zum Finanzplatz Luxemburg, viel Dienstleistung und Handel, also Branchen, die nicht so stark vom Export abhängig sind. Es sind unter anderem diese Standortfaktoren, von denen die Region Trier auch in wirtschaftlich unruhigen Zeiten profitiert.

Als insgesamt stabil bezeichnet Jörg Henzler, Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzmärkte an der Fachhochschule Trier, die Region. Diese Einschätzung wird von Unternehmern und Konjunkturexperten weitgehend bestätigt, die vom Magazin Macher, Menschen + Märkte zu den Aussichten für 2012 befragt wurden.

Die regionalen Zulieferbetriebe für die Autobranche melden beispielsweise gute Auslastungszahlen. Das Handwerk in der Region jubelt geradezu. Vor allem das Baugewerbe profitiert davon, dass viele Privatpersonen in Immobilien investieren. Auch die Arbeitsagentur Trier ist optimistisch. Sie erwartet keine Zunahme der Arbeitslosigkeit, stattdessen steigt der Bedarf an Fachkräften weiter. Eine Einschränkung nennen allerdings fast alle: Viel hängt davon ab, wie es mit der Schulden-, Euro und Bankenkrise weitergeht.

Dass die schlechten Nachrichten von den internationalen Finanzmärkten auch an Deutschland nicht spurlos vorübergehen, zeigt ein Blick auf die Wachstumsprognosen, die Wirtschaftsinsitute und Konjunkturexeperten in den vergangenen Monaten abgegeben haben. Auch wenn deren Aussagekraft umstritten ist, zeigen sie doch zumindest, dass die Stimmung seit dem Herbst kontinuierlich schlechter wurde. So hat auch Wolfgang Franz, Chef der sogenannten fünf Wirtschaftsweisen, die Einschätzung des Jahresgutachtens vom November relativiert, in dem er die Wachstumsprognose für 2012 auf 0,5 Prozent fast halbierte. Im November 2010 hatte der Sachverständigenrat eine Steigerung von 2,2 Prozent im Jahr 2011 vorausgesagt. Das wären etwa 55 Milliarden Euro gewesen. De facto legt das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr aber um drei Prozent (circa 75 Milliarden Euro) zu.

2012 werde ein Jahr großer Herausforderungen, meint Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), in einem Interview im Wirtschaftsmagazin . Und fügt beruhigend hinzu: "Aber wir müssen deshalb nicht in Panik verfallen."