1. Region
  2. Wirtschaft

Kick für den Bierumsatz

Kick für den Bierumsatz

Die Brauwirtschaft setzt immer weniger Bier ab. Nun hofft sie auf einen Impuls durch die Fußball-WM. Die Bitburger Brauerei als DFB-Partner und die Homburger Karlsberg-Brauerei (Trierer Löwenbräu) setzen ebenso auf das Mega-Ereignis. Doch mehr als ein zeitliches Hoch erwarten beide Braugruppen nicht.

Bitburg/Homburg/Berlin. Die deutsche Brauwirtschaft kämpft seit Jahren mit rückläufigen Absatzzahlen. Vergangenes Jahr tranken die Bundesbürger im Durchschnitt 109,6 Liter Bier, das waren 1,5 Liter weniger als im Jahr zuvor. Damit setze sich ein Abwärtstrend fort, der bereits Mitte der 1970er Jahre begann.

Brauereien hoffen auf neues Sommermärchen



Im Rekordjahr 1976 lag der Pro-Kopf-Bierkonsum in Westdeutschland bei 153 Litern. Als Gründe für den Rückgang nennt der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Wolfgang Burgard, die Alterung der deutschen Gesellschaft - und veränderte Trinkgewohnheiten.

Doch nun steht die Fußball-Weltmeisterschaft vor der Tür, und nicht nur die deutschen Brauereien hoffen auf eine Wiederholung des Sommermärchens 2006.

Das warme und teilweise sehr sonnige Wetter der letzten Wochen habe dem Biermarkt eine leichte Erholung gebracht. Hinzu komme die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, sagt Werner Wolf, Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe, dem Volksfreund.

WM alleine reicht nicht für ein Konsumhoch



"Als langjähriger Partner des DFB und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft spürt Bitburger diese positive Entwicklung natürlich ebenfalls. Wir sind davon überzeugt, dass wir während der Turnierphase, wie schon 2006 und 2008, zusätzliche Absatz-Impulse setzen werden."

Petra Huffer, Pressesprecherin der saarländischen Karlsberg-Brauerei (Homburg) stößt ins gleiche "Vuvuzela-Horn": "Selbstverständlich hoffen wir auf einen steigenden Bierdurst während der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika mit entsprechenden Absatzsteigerungen. Aber die WM alleine reicht für ein Konsumhoch nicht aus - dazu gehört auch ein erfolgreicher Turnierverlauf der deutschen Mannschaft genauso wie sonniges Wetter." Dabei ist Karlsberg mit der Entwicklung des Trierer Löwenbräu als "Regionalmarke" zufrieden. "Der Absatz von Löwenbräu entwickelt sich sehr positiv", sagte sie dem TV.

Gute Nachricht für die Biertrinker



Doch in beiden Bier-Gruppen sind die Verantwortlichen skeptisch, ob die WM mehr als ein zeitliches Zwischenhoch sein kann. Bit-Chef Werner Wolf: "Eine langfristige Verbesserung der Situation auf dem Biermarkt ist trotz der aktuell steigenden Tendenz nicht zu erwarten. Der Pro-Kopf-Bierverbrauch bleibt weiterhin rückläufig, daran wird sich in naher Zukunft nichts ändern."

Und Karlsberg-Sprecherin Huffer ergänzt: "Die Deutschen trinken zu wenig Bier, gehen weniger in die Kneipen und geben weniger Geld aus. Die Wirtschaftskrise hat der Braubranche massive Absatzverluste beschert." Als gute Nachricht versprechen aber beide Brauereien den Konsumenten: 2010 bleiben die Bierpreise stabil.