Kleinbetriebe überwiegen in der Region Trier

Kleinbetriebe überwiegen in der Region Trier

Die Dynamik bei den Unternehmensgründungen in der Region Trier hat sich auch im zweiten Quartal 2009 verstärkt. Insgesamt stieg die Zahl der Neuerrichtungen um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 2027 an.

Trier. (red) Die Industrie- und Handelskammer Trier (IHK) hat das aktuelle Gründungsgeschehen ermittelt. Das Ergebnis: Es überwiegen Kleingründungen. Bei fast der Hälfte der Befragten betrug die Anfangsinvestition weniger als 20 000 Euro. 27 Prozent erhielten einen Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit, gefolgt von einem Hausbankkredit, den 19 Prozent für die Finanzierung ihres Vorhabens beantragten. Bei rund 13 Prozent erfolgte die Finanzierung aus eigenen Mitteln.

Trotz der begrenzten Größe, so die IHK, seien die Arbeitsplatzeffekte der neu gegründeten Unternehmen nicht unerheblich, immerhin konnte über die Hälfte der Jungunternehmer bis zu drei Arbeitsplätze schaffen, davon konnten 15 Prozent ihren Mitarbeiterstamm in der Gründungsphase auf über zehn Personen erhöhen. Als dominierendes Motiv einer Unternehmensgründung ermittelte die IHK das Streben nach Unabhängigkeit und die Möglichkeit, sich in der unternehmerischen Selbstständigkeit entfalten zu können. Die Unzufriedenheit im alten Beruf habe daher nur jeden 10. Befragten zur Selbstständigkeit bewegt. Auch die vielfältigen Möglichkeiten, einen bestehenden Betrieb zu übernehmen, seien nur für sieben Prozent der Gründer ein ausschlaggebendes Kriterium gewesen. Viele Unternehmensgründer verfügen nach der Analyse der IHK beim Aufbau einer selbstständigen Existenz über zu wenig Eigenkapital oder zu geringe Sicherheiten. Deshalb verwundere es nicht, wenn sich die Kapitalbeschaffung bei Kreditinstituten nur allzu oft als eine große Herausforderung darstellt. Auch die Gründungsbürokratie mit vielen Anmeldepflichten und Behördengängen wurde von den Gründern als Problem genannt.

Finanzierung noch häufig ein Problem



Häufig hat sich auch die Suche nach geeigneten Fachkräften als Gründungshemmnis erwiesen. Immerhin, so die IHK, hätten 13 Prozent der Befragten keinerlei Probleme bei der Existenzgründung gehabt. In der Befragung der IHK haben sich viele Gründer dafür ausgesprochen, die Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung zu verbessern. Zusätzlich sollten nach ihrer Auffassung Fördermöglichkeiten insbesondere bei der Absatzförderung erweitert werden. Zusätzlichen Beratungsbedarf äußerten die Gründer auch im Bereich der Markteinführung und bei geeigneten Marketingmaßnahmen. Für die IHK liefern die Angaben der Unternehmensgründer wichtige Hinweise für die Ausgestaltung ihres Informations- und Beratungsangebotes.

Neben den fachlichen Fragen kann die IHK auch beim Aufbau von Netzwerken in Zusammenarbeit mit dem Kreis Junger Unternehmer und den von der IHK angebotenen Gründertalks wertvolle Aufbauhilfen leisten.

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