Kleine Ernten beeinflussen Weinexporte

Kleine Ernten beeinflussen Weinexporte

Die USA bleiben für Weine aus Rheinland-Pfalz der wichtigste Auslandsabsatzmarkt. Die Weinexperten der Industrie- und Handelskammer sorgen sich aber um die Auswirkungen von geringen Ernten.

Trier. Der wichtigste ausländische Kunde für deutsche Weine sind nach wie vor die USA mit einem Absatzvolumen von 25,7 Millionen Litern. Allerdings ist die Gesamtmenge des Exports in die Vereinigten Staaten wegen der kleineren Ernten der Vorjahre um 13 Prozent und damit um vier Millionen Liter zurückgegangen. Besonders hat es dabei die Mosel getroffen. Sie hat 13,5 Millionen Liter und damit 2,2 Millionen Liter Wein weniger in die USA geliefert - zu einem Durchschnittspreis von 3,53 Euro pro Liter.
Moselweine sind gefragt


Für Albrecht Ehses, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier, ist es erfreulich, dass der weitaus größte Teil der Weinexporte in die USA von Kellereien, Weingütern und Genossenschaften aus dem IHK-Bezirk abgewickelt wird: "Im Jahr 2012 zeichnen unsere Unternehmen für Liefermengen in Höhe von 19,1 Millionen Litern Wein verantwortlich, die in die USA gehen. Das sind immerhin fast 70 Prozent aller Weine aus Deutschland." Blickt man auf die Menge der Weine, die insgesamt aus Deutschland ins Ausland geliefert werden - darunter können auch ausländische Weine fallen -, führen die Niederlande mit 73 Millionen Litern die Statistik des Jahres 2012 an. Deutsche Weine haben an dieser Menge einen Anteil von 21,7 Millionen Litern. Nicht enthalten sind in dieser Zahl die direkten Lieferungen der Winzer an ihre Kunden oder Mitnahmen im Reiseverkehr. Auf Platz zwei folgt Großbritannien mit 56,8 Millionen Litern und einem Deutschwein-Anteil von 17,3 Millionen Liter. In nahezu allen Ländern sind die Lieferungen deutscher Weine 2012 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen: in der Gesamtsumme von 153 Millionen um rund 23 auf 130 Millionen Liter. Gleichzeitig stiegen die Durchschnittspreise von 2,26 auf 2,46 Euro pro Liter. "Das Ganze führt zu enormen Verschiebungen in den Märkten, und bei einzelnen Produkt- und Qualitätskategorien sind auch Lieferengpässe aufgetreten", erläutert IHK-Geschäftsführer Ehses die Auswertung. Besonders betroffen seien preissensible Länder wie Großbritannien, die Niederlande oder Russland. Relativ schnell würden dort die Qualitäts- und Landweine aus Rheinhessen, aus der Pfalz oder von der Mosel durch Weine aus anderen Mitgliedstaaten und aus Drittländern ersetzt. Dies sei eine gefährliche Entwicklung, erklärt Ehses, denn einmal verlorene Regalplätze seien schwer zurückzugewinnen. Besetzt würden die frei werdenden Lücken zunehmend von einfachen Rebsortenweinen unterschiedlicher Herkunftsländer.
Qualität und Preis zählen


"Engere Herkunftsangaben wie Anbaugebiete oder Lagen sind dabei nicht entscheidend. Was zählt, sind Qualität und Preis", sagt Weinfachmann Ehses und fordert von der Weinbaupolitik mehr Verständnis für diese Marktzusammenhänge. red

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