Kolumne: Meine Wirtschaftswoche

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Die Idee einer LKW-Maut hat durchaus einen vernünftigen Hintergrund: Es ist sinnvoll, ausländische Lastwagen an den Kosten der deutschen Verkehrswege zu beteiligen. Gerecht ist das auch, denn LKW belasten Straßen deutlich stärker als Autos.

Zusätzlich sollen neue Mittel für die Erhaltung und den Ausbau von Straßen erschlossen werden. Deshalb wird die Mautpflicht ab August auf wichtigen Bundesstraßen wie beispielsweise der B 50 ab Hahn gelten. Soweit die Argumentation des Berliner Verkehrsministeriums. Die Realität sieht leider ganz anders aus. Schon der Stolperstart des komplizierten satellitengestützen Systems zur Erhebung der LKW-Maut vor sieben Jahren zeigte die Schwächen in der Zusammenarbeit mit dem Mautbetreiber Toll Collect. Zwar konnte der Bund seitdem 25 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen verbuchen. Doch wie viele öffentlich-private Partnerschaften krankt diese Zusammenarbeit an der Effizienz. So erwartet das Verkehrsministerium von der Ausweitung der Lastwagen-Maut auf Bundesstraßen weitere 100 Millionen Euro jährlich extra, allerdings kassiert Toll Collect davon allein ein Drittel. Deshalb erwägt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nun den Wechsel des Betreibers. Damit will er Toll Collect zu Innovationen motivieren. Denn die Verhandlungen zur Ausweitung der Maut auf Bundesstraßen haben gezeigt: Das System ist, obwohl hochgerüstet, technisch begrenzt. Damit von der Gebühr endlich mehr im Straßenbau ankommt, muss eine neue Lösung her. Das Ausland zeigt, es geht vielerorts deutlich einfacher und vor allem billiger. Etwa in Frankreich, wo die Maut mit einem simplen Schrankensystem eingetrieben wird. Für Autofahrer hat das bestehende System jedoch einen unschätzbaren Vorteil: Solange das Toll-Collect-System bereits bei der Ausweitung der LKW-Maut auf Bundesstraßen massive Probleme hat, so lange müssen sie sich keine Sorgen um eine allgemeine Automaut machen. t.zeller@volksfreund.de