Kolumne

Glaubt man den Gegnern des transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP), bringt es nichts als Unheil: den Abbau von Sozial-, Gesundheits-, Datenschutz- und Umweltstandards. Chlorhühnchen, Genmais, Hormonfleisch kommen in die Läden.

Die kulturelle Vielfalt Europas geht verloren und auf den Steuerzahler kommen Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe von Unternehmen zu, die ihren Investitionsschutz verletzt sehen. Die Vorteile von TTIP werden marginalisiert: es entsteht mit 820 Millionen Menschen die größte Freihandelszone der Welt. Angesichts der Sanktionsspirale im Handel mit Russland und des Muskelspiels der Supermacht China muss Deutschland seine handelspolitischen Prioritäten bestimmen. Sie liegen im EU-Binnenmarkt und im transatlantischen Handel. Mit keinen Regionen ist die wirtschaftliche Verflechtung größer. Die Sicherheits- und Handelspartnerschaft durch TTIP zu stärken, ist trotz des Ärgers über die NSA-Spionage das Gebot der Stunde. Die EU muss hart verhandeln, Standards lassen sich angleichen oder gegenseitig anerkennen, Chlorhühnchen klar kennzeichnen. Gerade weil die Risiken im Russland- und China handel steigen, brauchen die Unternehmen als Basis verlässliche Partner. Diese finden sie vor allem in der EU und den USA.