TV fragt nach : Decathlon, Ikea, Primark & Co.: Kommen diese Geschäfte nach Trier?

Viele Menschen wünschen sich, dass Filialen bekannter Marken auch in Trier öffnen. Wie stehen die Chancen dafür? Und wie entscheiden Unternehmen überhaupt, wo sie sich ansiedeln? Der TV hat nachgefragt.

Ein Ikea-Möbelhaus im Gewerbegebiet, ein Primark in der Innenstadt und eine Starbucks-Filiale nebenan. Vielen Triererinnen und Trierern fehlen bestimmte Geschäfte, die es in anderen Großstädten Deutschlands zuhauf gibt. Wie stehen denn die Chancen, dass Filialen dieser Unternehmen auch in Trier öffnen? Der TV hat nachgefragt.

Wollen Decathlon, Ikea und Primark nach Trier?

Beim Sportartikel-Händler Decathlon sieht es eher schlecht aus. „Derzeit gibt es keine Planungen unsererseits zu einer möglichen Eröffnung einer Decathlon Filiale in Trier“, lautet die Antwort. Warum nicht? „Wir benötigen für unsere Standorte eine verkehrsgünstige Lage, die auch für Einwohner aus dem Umland sehr schnell und einfach zu erreichen ist.“ Ein solcher Standort sei aktuell leider nicht verfügbar.

Schlechte Nachrichten auch von Ikea. Der Möbelriese plant zurzeit ebenfalls nicht, eine Filiale in Trier zu öffnen. „Wir konzentrieren uns aktuell auf den Berliner Markt und eröffnen im Frühjahr 2023 weitere Planungsstudios in der Hauptstadt“, lautet die Begründung.

Und Primark? „Aktuell ist keine Store-Eröffnung von Primark in Trier geplant, aber wir prüfen den deutschen Markt regelmäßig auf interessante Flächen, die zu unserem Konzept und unseren Kundinnen und Kunden passen“, ist die ernüchternde Antwort.

Kehren H&M für Erwachsene oder Saturn zurück?

Eine H&M-Filiale gibt es bereits in der Stadt – allerdings nur mit Kindermode. Könnte bald eine weitere Filiale aufmachen, in der wieder Kleidung für Erwachsene angeboten wird? Denn es gab bereits eine Filiale am Hauptmarkt, die jedoch Ende September 2018 ihre Tore geschlossen hat. H&M sagt dazu: „Der Standort Trier ist definitiv für unsere Herren- und Damenmode interessant, wir haben zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keine konkrete Geschäftseröffnung geplant.“

Die Saturn-Filiale in der Simeonstraße hat erst vor wenigen Monaten geschlossen. Wie stehen die Chancen, dass Saturn wieder zurückkehrt? Eine klare Antwort darauf gibt es vom Unternehmen nicht. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum derzeitigen Zeitpunkt keine Auskunft über unsere Standortstrategie geben können“, heißt es von dort.

Eine Anfrage bei der Kaffee-Kette Starbucks und dem Unterwäschehändler Victoria’s Secret blieb unbeantwortet.

Für Unternehmen ist mediale Reichweite vor Ort wichtig

Es sieht also so aus, als müssten die Triererinnen und Trierer in der eigenen Stadt auch in naher Zukunft auf diese Geschäfte verzichten. Aber wie entscheiden sich große Unternehmen eigentlich, wo sie ihre Filialen eröffnen? Welche Faktoren spielen dabei generell eine Rolle?

„In den letzten Jahren hat sich das verändert“, erklärt Experte Stefan Kutscheid von Faco Immobilien in Bitburg. Denn das Thema Internet ist immer wichtiger geworden. Dadurch hat sich auch der Anspruch der Unternehmen an physische Standorte geändert. So ist es für sie mittlerweile wichtig, dass vor Ort auch mediale Reichweite entstehen kann.

„Es liegt nicht nur an der Flächenverfügbarkeit, sondern man braucht auch mediale Andockmöglichkeiten“, sagt Kutscheid. Das könnte beispielsweise ein aktiver Social-Media-Auftritt der Stadt sein, der regelmäßig auch das Thema Handel bespielt.

Anderes Einkaufsverhalten durch Online-Shopping

Schließlich müssen es die Unternehmen schaffen, die Menschen aus dem Internet in die Stadt zu locken. Und das ist gar nicht so einfach. Denn durch das Online-Shopping haben sich nicht nur die Ansprüche der Unternehmen, sondern auch die Art des Einkaufens verändert. Die Zeit des „Füße Platttretens und von einem Geschäft zum anderen Laufens“ sei vorbei, erklärt Stefan Kutscheid.

Die Menschen fahren nicht mehr nur zum Shoppen in die Stadt. „Der Kunde hätte gerne ein Gesamterlebnis“, sagt Kutscheid. In Trier könnte das zum Beispiel sein, das Einkaufen mit einem Bummel an der Mosel und einem leckeren Essen zu verbinden. Deshalb ist für die Unternehmen auch wichtig, dass die Stadt, in der sie sich ansiedeln, Verweilqualität bietet, es also die entsprechenden Voraussetzungen gibt, damit Menschen sich dort gerne aufhalten.

Es gibt außerdem viele weitere „weiche Faktoren“, die zur Entscheidung eines Unternehmens beitragen, eine Filiale an einem Standort zu eröffnen. In Trier zum Beispiel kann die Tatsache, dass es den renommierten Studiengang Modedesign gibt, Textilhändler anlocken.

An eigener Attraktivität für den Handel mitwirken

Stefan Kutscheid erklärt dazu auch: „Eine Stadt wird begehrt, wenn sie Begehrlichkeit schafft.“ Das heißt, will eine Stadt, dass sich bestimmte Geschäfte dort ansiedeln, sollte sie am besten auch selbst an ihrer Attraktivität mitwirken und sie nach außen kommunizieren.

Wichtig ist laut Kutscheid dabei, dass alle Akteure in einer Stadt zusammenwirken – zum Beispiel auch die Verwaltung – und mit Blick auf die Zukunft gemeinsam eine Botschaft nach außen tragen, die verdeutlicht: Deshalb kommen die Kunden zu uns. Und: Bei allen Überlegungen sollte immer der Mensch im Vordergrund stehen – denn schließlich geht es um den und seine Bedürfnisse.