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Konjunktur im Handwerk vorsichtig positiv. Ukrainekrieg-Folgen noch nicht absehbar.

Handwerk : Engpässe und Preisschübe: Lage im Handwerk robust

(sas) Die Nachfrage nach Handwerksleistungen in der Region Trier ist trotz der unsicheren Zeit ungebrochen. Bei der aktuellen Umfrage im Frühjahr dieses Jahres zeigen sich insgesamt 86,2 Prozent der Befragten mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden.

Beim Blick in die Gewerbegruppen ergibt sich ein differenziertes Bild. Am positivsten beurteilen die Bau- und Ausbaugewerbe sowie die Handwerke für den gewerblichen Bedarf die aktuelle Geschäftslage. Diese Gruppen geben Zufriedenheitswerte zwischen 91 und 98 Prozent an. Verhalten wird die Lage von Betrieben der personenbezogenen Dienstleistungen, vom Lebensmittel- und vom Gesundheitsgewerbe bewertet.

Branchenübergreifend reichen die Auftragsbestände im Durchschnitt für über 15 Wochen. Auch hier sind die Rückmeldungen zwischen den Gewerbegruppen sehr unterschiedlich. Die Bauhaupt- und Ausbaugewerbe geben einen Auftragsbestand von rund 20 Wochen an, die Handwerke für den gewerblichen Bedarf rund 15 Wochen und die Betriebe der personenbezogenen Dienstleistungen wie Friseure sechs Wochen. Alle weiteren Gewerbegruppen melden einen Auftragsbestand von ein bis zwei Wochen.

Über alle Gruppen hinweg haben drei von vier Betrieben aktuell eine Auslastung von über 70 Prozent, vor allem auf dem Bau.

Rund die Hälfte der befragten Betriebe gibt an, im Durchschnitt 42.500 Euro in den Betrieb investiert zu haben. Nur jeder fünfte Betrieb plant größere Investitionen für das kommende Quartal.

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass die Beschäftigungszahlen in drei von vier regionalen Handwerksbetrieben im Vergleich zum Vorquartal gleich geblieben sind. 13 Prozent der Betriebe haben zudem zusätzliches Personal eingestellt. In den kommenden Monaten wollen 17 Prozent der Handwerker weiteres Personal einstellen.

Allerdings zeichnen sich zurückhaltende Erwartungen für künftige Auftragseingänge und die Umsatzentwicklung ab. Der Grund: der Krieg in der Ukraine, die unvorhersehbaren Engpässe und unkalkulierbaren Preisanstiege am Beschaffungs- und am Energiemarkt. Die Handwerkskammer Trier beurteilt die Umfrageergebnisse vorsichtig positiv. Die Handwerkskonjunktur in der Region ist robust.