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Konkurse nehmen in Luxemburg besonders stark zu

Konkurse nehmen in Luxemburg besonders stark zu

Die Konkurse in Luxemburg sind im vergangenen Jahr um 18,31 Prozent angestiegen. Doch angesichts der weltweiten Krise können Experten dieser Entwicklung sogar noch etwas Positives abgewinnen.

Luxemburg. Mit einer Steigerung von gut 18 Prozent ist die Zahl der Insolvenzen 2009 deutlicher gestiegen als beispielsweise in Deutschland (plus 16 Prozent) und in der Region Trier (plus zwölf Prozent). Doch die Experten sind damit gar nicht so unzufrieden: Man hatte noch mehr Firmenpleiten erwartet, teilt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit Luxemburg mit. "Wie bereits in den Vorjahren haben wir Insolvenzzahlen für das Großherzogtum Luxemburg untersucht und mit den Vorjahreszahlen verglichen", erläutert der Chef von Creditreform Luxemburg und Trier, Herbert Eberhard.

Insgesamt zählten die Insolvenz-Fachleute 2009 in Luxemburg 698 Konkurse. Im Jahr zuvor waren es "nur" 590 Pleiten. Dabei traf es einige "prominente Unternehmen", die Eberhard aufzählt: "Eine der namentlich spektakulärsten Insolvenzen im Großherzogtum war sicherlich die der Lehman Brothers Luxembourg Equity Finance S.A. im Februar 2009." Doch auch weitere Konkurse sorgten in Luxemburg für Aufsehen. Etwa der Konkurs der HSO Motors Europe Sarl, die sich um das Marketing des in China produzierten PKW "Brilliance" kümmern sollte, die alteingesessene Transportunternehmen Laubach & Fils Sarl in Diekirch (87 Mitarbeiter, Umsatz 6,5 Millionen Euro) oder das Vermarktungsunternehmen des in Trier und Luxemburg bekannten Unternehmers Sven Herzog Regie 1 Sarl in Wasserbillig, werden von Creditreform Luxemburg herausgestellt.

Mit Fokus auf die einzelnen Branchen gehört der Dienstleistungssektor zu den Verlierern.

"Die breitgefächerte Dienstleistungsbranche ist anteilmäßig mit 56,88 Prozent am Gesamtkonkursgeschehen in Luxemburg am stärksten betroffen. Die Steigerung in dieser Branche gegenüber 2008 beläuft sich auf 28,48 Prozent", erklärt Creditreform-Chef Eberhard dem TV. Den größten Anstieg an Pleiten vermeldet der Bau. Dort ging es binnen eines Jahres von 71 Konkursen hoch auf 96 Insolvenzen (plus 35 Prozent).

Der Handel hat sich zwar gegenüber 2008 verbessert, doch der Anteil an den Insolvenzen ist immer noch sehr hoch. Mehr als jede vierte Pleite trifft ein Handelsunternehmen (27 Prozent). Im vergangenen Jahr waren das 189 Händler, die zum Konkursgericht gehen mussten (2008 = 197).

Deutlich besser als in Deutschland und der Region Trier schlägt sich das produzierende Gewerbe in Luxemburg: Lediglich 16 Unternehmen meldeten hier Konkurs an, das ist ein Anteil von rund 2,3 Prozent. In Deutschland kommt hingegen jedes zehnte Pleite-Unternehmen aus diesem Sektor.