Kritik kleiner Betriebe: Haben wenig vom Preisanstieg

Kritik kleiner Betriebe: Haben wenig vom Preisanstieg

Die Milchpreise haben sich in den vergangenen Wochen für die gut 3500 Milchbauern in der Region erhöht. Doch einige kleine Lieferanten sehen ihren Vorteil durch die Fusion zwischen Arla Foods und der Milch-Union Hocheifel (Muh/Pronsfeld) schmelzen.

Pronsfeld. Die Milchpreise für die Landwirte in der Region sind wieder auf dem Weg nach oben. Nachdem die Bauern vor Monaten lediglich etwa 26 Cent je Liter Milch bekommen haben, sind es derzeit mehr als 30 Cent. Der Grund: Bei den Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel konnten die Molkereien bessere Preise erzielen. Nutznießer davon sind auch die rund 2500 Milchlieferanten der Milch-Union Hocheifel (Muh). Kurz vorher hat die Muh zudem mit der dänisch-schwedischen Genossenschaftsmolkerei Arla Foods amba fusioniert. Für kleine landwirtschaftliche Betriebe nicht nur ein Grund zum Jubeln: "Seit dem 1. Oktober müssen alle Bauern eine Pauschale von 130 Euro im Monat zahlen - für Verwaltungsaufwand für Qualitätsberatung, Quoten- und Mitgliederverwaltung, Güteprüfung, Milchgelderstellung und Logistik aufwand", klagt ein Bauer mit 35 Milchkühen. Er werde durch die Pauschale gegenüber Kollegen, die 100 oder 200 Milchkühe hätten, viel stärker belastet. Ein anderer Landwirt mit 70 Kühen rechnet vor, dass ihn das rund einen Cent pro Liter Milch koste. "Das ist ein klarer Nachteil für kleine Betriebe", sagen die beiden.
Bei Arla Foods nimmt man die Kritik auf. "Die Änderungen wurden auf den Infoveranstaltungen im Vorfeld der Fusion vorgestellt", sagt Pressesprecher Wolfgang Rommel. Zudem sei diese Abgabe von den genossenschaftlichen Gremien beschlossen worden. "Die Pauschale gilt für 12 000 Milchbauern in sechs Ländern." Zudem seien die darin enthaltenen Kosten bereits früher angefallen und auf die Genossenschaft umgelegt worden.
Die Milchbauern in der Region erhalten derzeit etwa 31 Cent für den Liter Standardmilch. Je nach Qualität zahlen die Hochwaldmolkerei in Thalfang (Kreis Bernkastel-Wittlich) und die Arla Foods am Standort Pronsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm) darüber hinaus Zuschläge. hw

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