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Gastronomie
Kritiker lehnen Gesprächsangebot der Dehoga-Landesspitze ab

Trier. Im Streit um die vorzeitige Amtszeitverlängerung von Präsident Gereon Haumann ist der wohl letzte Versuch einer außergerichtlichen Beilegung gescheitert. Von Rolf Seydewitz

Es war wohl so etwas wie der letzte Versuch, den seit Monaten schwelenden Knatsch im rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga doch noch halbwegs schiedlich, friedlich beizulegen: Doch der als „Einladung zum Gedankenaustausch“ überschriebene, Anfang vergangener Woche verschickte Brief des Dehoga-Präsidenten Gereon Haumann stieß auf wenig Gegenliebe. Zu einem späteren Zeitpunkt gerne, aber jetzt nicht, ließen die Empfänger Haumann wissen.

Damit dürfte die juristische Auseinandersetzung um die vorzeitige Wiederwahl des 53-jährigen Dehoga-Präsidenten nun wohl endgültig nicht mehr zu stoppen sein, auch wenn Gereon Haumann gestern im Gespräch mit unserer Zeitung noch einmal betonte, seine Hand bliebe ausgestreckt.

Der Stein des Anstoßes liegt fast auf den Tag genau fünf Monate zurück. Am 14. August wurde die ohnehin noch drei Jahre laufende Amtszeit Haumanns auf einem Delegiertentag am Dehoga-Stammsitz Bad Kreuznach um weitere acht Jahre verlängert. Eine satte Mehrheit von 88 Prozent der Delegierten stimmte für die vorzeitige Amtszeitverlängerung bis 2029. Man wolle den seit 2009 erfolgreich an der Dehoga-Spitze agierenden Präsidenten langfristig an den Verband binden, lautete die Begründung für die ungewöhnliche Initiative.

Dass die nun noch einmal für Schlagzeilen sorgt, ist der Klage von 20 Hotelies und Gastronomen, viele davon aus der Region Trier, zu verdanken. Sie fechten die vorzeitige Amtszeitverlängerung Haumanns vor dem Landgericht Bad Kreuznach an. Obwohl sich das neunköpfige Präsidium geschlossen hinter Haumann stellte, halten die Kläger an ihrer Kritik fest.

Nachdem einige Tage weihnachtliche Ruhe in den Fall eingekehrt war, ist nun wieder Bewegung in die Sache gekommen. Innerhalb einer Woche wechselten gleich drei Briefe die Seiten, ohne dass sich substantiell etwas in die ein oder andere Richtung bewegt hätte.

Im aktuellsten Schreiben wirft Dehoga-Landesgeschäftsführerin Anna Roeren-Bergs dem Kritiker-Sprecher Matthias Ganter und dem Vorsitzenden des Kreisverbands Trier-Saarburg, Markus Schröder, vor, die Mitglieder zu verunsichern, den Verband zu schwächen und mögliche Verhandlungserfolge zu gefährden. „Gereon Haumann ist ein Präsident, auf den wir alle stolz sein dürfen“, ergriff am Montag der Rhein-Hunsrücker Dehoga-Kreisvorsitzende Josef Mayer Partei für den obersten Gastro-Funktionär.

Die Kläger haben das Präsidium derweil mit Blick auf den gewünschten Gedankenaustausch in Bad Kreuznach vertröstet – auf einen „späteren Zeitpunkt an der schönen Mosel“.