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Kürbisköpfe haben die besseren Aktien

Kürbisköpfe haben die besseren Aktien

Die Gewinner des Planspiels Börse aus Trier und dem Kreis Trier-Saarburg sind am Dienstag ausgezeichnet worden. Die Schüler haben viel über den Aktienmarkt gelernt, clever gehandelt oder teilweise auch einfach mal gezockt.

Trier. Tobias Schreiner ist einer von den eher kurzfristig Handelnden im 29. Planspiel Börse. Einer von den Rein-raus-Aktionären, wie Willi Christmann von der Sparkasse Trier sie nennt. Tobias, Schüler am Wirtschaftsgymnasium der Geschwister-Scholl-Schule Saarburg, hat also eine Aktie zu günstigen Konditionen gekauft und ein paar Tage später mit ein bis fünf Prozent Gewinn wieder verkauft. Tobias ist der Leiter der Gruppe Pumpkin Head (zu Deutsch: Kürbiskopf), der Gewinnergruppe aus dem Bereich Trier/Trier-Saarburg beim Börsenspiel der Sparkassen.
"Im realen Leben wird man jemandem Aktien nur bei einer geplanten Anlagezeit von mindestens sechs oder sieben Jahren empfehlen", sagt der Anlage-Experte Christmann. Das Planspiel, bei dem der Trierische Volksfreund Medienpartner in der Region Trier ist, dauerte gerade einmal drei Monate.
Die Idee des größten europäischen Börsenlernspiels: Jede Gruppe hat einen virtuellen Betrag von 50 000 Euro, mit dem sie an der Börse handeln kann. Wer am Ende der drei Monate den größten Betrag im Depot hat, hat gewonnen. Bei Tobias Schreiner, der mit seinem Bruder Stefan, mit Eric Müllen und Laura Ellwart die Gruppe gebildet hat, waren es am Ende 55 470,85 Euro.
Zocken ist out


Aber hätten die 17-Jährigen nicht so kurzfristig agiert und vielleicht die ein oder andere Aktie bis zum Ende des Spiels am 14. Dezember gehalten, wäre auch noch deutlich mehr drin gewesen, erklärt Christmann anhand der Kurse der jeweiligen Börsenunternehmen. Denn das Ziel des Spiels sei eben nicht zu zocken, sondern clever zu handeln. Aber auch Risikoverhalten wurde ausprobiert. Laura Ellwart hatte das schon im Vorjahr mit einer anderen Gruppe versucht. "Wir hatten am Ende noch 2000 Euro von den 50 000 übrig", sagt sie.
Die Wirtschaftsgymnasiasten haben jedenfalls einiges über das Geschehen an den Börsen dazugelernt. "Ich verstehe jetzt vor allem die Zusammenhänge zwischen den Nachrichten, die man im Fernsehen zum Beispiel zur Euro-Krise sieht, und den Entwicklungen an den Märkten", sagt Tobias Schreiner.
Und was war nun sein persönliches Erfolgsrezept für den Sieg? "Wir haben, als wir auf dem zweiten Platz standen, alles verkauft, um das Geld sicher zu haben. Und nur weil die erstplatzierte Gruppe noch mal verloren hat und abgerutscht ist, haben wir gewonnen", sagt Tobias ehrlich.
Dennoch ein großer Erfolg, wie Matthias Schwarz von der Sparkasse sagt: "Wer es in einem so turbulenten Jahr wie 2011 überhaupt geschafft hat, Gewinne in seinem Depot zu verbuchen: Respekt!" Und Pumpkin Head ("Den Namen haben wir nur gewählt, weil Halloween vor der Tür stand und es schnell gehen musste") hat mit den mehr als 55 000 Euro sogar mehr Geld im Depot, als die beste Mannschaft aus Schweden.Extra

Gruppensieger: 1. Platz: "Pumpkin Head", Geschwister-Scholl-Schule Saarburg (55 470,85 Euro) 2. Platz: "Kein Niveau", Gymnasium Hermeskeil (53 005,52 Euro) 3. Platz: "Wenzla Rookies", Kaufmännische Privatschule Eberhard Trier (52 926,14 Euro) Schulsieger: Wirtschaftsschulen: Eberhard-Schule Trier Berufsbildende Schulen: Geschwister-Scholl-Schule Saarburg Integrierte Gesamtschulen: IGS Hermeskeil Gymnasien: Gymnasium Hermeskeil Realschulen (plus): Ruwertalschule Waldrach Nachhaltigkeitswettbewerb der Sparkassen der Region: 1. Realschule plus Traben-Trarbach 2. Cusanus-Gymnasium Wittlich 3. Realschule plus Treis-Karden Volksfreund-Sonderpreis "DAX-Tipp": 1. Niklas Mages, Gösenroth (500 Euro) 2. Tobias Adam, Traben-Trarbach (300 Euro) 3. Kristin Becker, Hermeskeil (150 Euro) Bundessieger: 1. "aimbotter" Würzburg (65 791,20 Euro) 2. "BQ7K" Ludwigsburg (63 507,84 Euro) 3. "Die Herscheider" Lüdenscheid (63 217,72) Extra

Das erste Planspiel Börse der Sparkassen ist in Deutschland 1983 organisiert worden. Vom 4. Oktober bis 14. Dezember 2011 ist die 29. Runde des Planspiels Börse bestritten worden. 1997 wurde die Börsensimulation für Schulen erstmals ins Internet verlegt. 1999 wurde die deutsche Erfindung erstmals auf weitere Länder Europas ausgeweitet. 2008 ist erstmals eine Gruppe aus der Region Trier Bundessieger und gleichzeitig auch Europasieger im Planspiel Börse geworden. Seit 1983 haben etwa acht Millionen Schüler an dem Börsenspiel teilgenommen. 2011 waren es bundesweit 180 000 Schüler in rund 45 000 Spielgruppen. Mehr als 400 davon kamen aus der Region Trier. Im Bereich der Sparkasse Trier (Stadt Trier und Kreis Trier-Saarburg) machten 154 Gruppen mit. Die Berufsbildenden Schulen stellten davon 28 Gruppen, die Gymnasien 60 Gruppen (22 Mittelstufe, 38 Oberstufe), die Wirtschaftsschulen 31, die Realschulen/Realschulen plus 17 und die Integrierten Gesamtschulen 18 Gruppen. sve