Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 12:49 Uhr

Klima
Kurz die Welt retten: Neuer Ratgeber für Trier

Das neue Klima-Sparbuch für die Region Trier erklärt, wie man dem Planeten einfach etwas Gutes tun kann.
Das neue Klima-Sparbuch für die Region Trier erklärt, wie man dem Planeten einfach etwas Gutes tun kann. FOTO: NASA Goddard Space Flight Center / picture-alliance/ dpa
Trier. Kleines Büchlein, große Ziele: Ein neuer, auf die Region Trier zugeschnittener Ratgeber erklärt unterhaltsam, wie man das Klima schützen kann. 42 Gutscheine verlocken zu nachhaltigem Konsum. Von Katharina De Mos

Schnee liegt auf den Efeuranken des Kreuzgangs und den Mauerkronen des Dombezirks. So klirrend kalt ist es draußen, dass man glatt vergessen könnte, welche Temperaturrekorde die vergangenen Jahre brachten. 2014, 2015 und 2016 waren jeweils die global wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen und auch 2017 schafft es in die Top Ten. „Rheinland-Pfalz ist vom Klimawandel stark betroffen“, sagt die Mainzer Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Um 1,5 Grad Celsius ist die Temperatur im Land bereits gestiegen. Im Frühjahr und Winter regnet es um bis zu 30 Prozent mehr und es gibt doppelt so viele heiße Sommertage wie vor 30 Jahren. Starkregen, Stürme und Spätfröste richten enorme Schäden an.

Zeit, was zu tun. Und zwar für alle. Ernsthaft. Aber so, dass es Spaß macht. So könnte man den Grundgedanken des kleinen Büchleins zusammenfassen, das an diesem kalten Morgen im Bischöflichen Generalvikariat in Trier vorgestellt wird. Gemeinsam mit Bischof Stephan Ackermann, mit Achim Hill von der Energieagentur Trier und mit Sophie Lungershausen von der Lokalen Agenda 21 präsentiert die Ministerin das erste Klima-Sparbuch für Trier und Umgebung. Ein knapp hundertseitiger Ratgeber, der ab sofort für 4,95 Euro im Buchhandel erhältlich ist. Er lädt dazu ein, Gewohnheiten unter die Lupe zu nehmen und das eigene Leben nachhaltiger (und nebenbei kostengünstiger) zu machen. „Die Bewahrung der Schöpfung, der achtsame und nachhaltige Umgang mit dieser Welt, ist für uns Christen immer schon ein Auftrag gewesen. Durch den Klimawandel wird er drängender“, erklärt Bischof Ackermann, warum sein Bistum mitmacht, das ohnehin das Ziel verfolgt, bis 2021 30 Prozent seines CO2-Ausstoßes zu reduzieren.

Der Ratgeber gibt jede Menge Tipps, wie das gelingen kann. Manche sind altbekannt (Stoßlüften statt Fenster kippen). Doch vieles überrascht und ist dank knackiger Vergleiche, lokaler Beispiele und Zahlen, die zeigen, wie viel Geld und Klimagase sich sparen lassen, ungewöhnlich anschaulich. So lässt sich die Heizrechnung mit Stoßlüften pro Jahr um bis zu 140 Euro senken. Bis zu 200 Euro jährlich bringt es, Heizungs- und Warmwasserrohre im Keller zu isolieren. Das spart so viel CO2, dass man im Sommerurlaub von Trier bis nach Riga und zurück fahren könnte.

Wer auf eine Portion Rindfleisch pro Woche verzichtet, käme aufs Jahr gerechnet mit dem Auto immerhin bis nach Madrid. Tipps, welche regionalen Erzeuger Biofleisch anbieten, gibt es gleich dazu.

Selbst beim Surfen im Internet lässt sich laut Ratgeber das Klima schützen. Über alternative Suchmaschinen wie ecosia.org und benefind.de, die auf erneuerbare Energien setzen oder Bäume pflanzen oder über E-Mail-Postfächer wie posteo.de und biomail.de, die mit Ökostrom arbeiten.

Die Adressen von Umsonstläden, Möbelbörsen, Repaircafés oder Sammelstellen für Althandys werden ebenso aufgeführt wie jene von regionalen Mitfahrbörsen, Ladestationen für Elektroautos oder Kompostverkaufsstellen.

Mag es auch zunächst verwundern, dass ein von mehreren Partnern mit 25 000 Euro geförderter Ratgeber voller Klimaschutztipps Geld kostet – wer auch nur einen Teil der 42 enthaltenen Gutscheine einlöst, hat die Investition schnell raus. Einzulösen sind sie bis Ende 2019. Ökowinzer, Biomärkte oder Hofläden aus der Region geben Rabatte, Cafés und Restaurants verschenken Getränke oder Nachtisch.

 Forellen, Bio-Kisten, und nachhaltig erzeugte Kleidung gibt es bis zu 20 Prozent billiger – ebenso wie Yoga, Car-Sharing oder Energieberatung. Ein Gebäudecheck der Verbraucherzentrale ist mit Coupon sogar komplett gratis. „Die Gutscheine machen Geschmack auf ein umweltbewusstes Leben“, sagt Lungershausen von der Lokalen Agenda 21, die viele ihrer Partner dazu bewegen konnte, mitzumachen. „Klimaschutz soll ja auch Spaß machen“, findet Achim Hill, der sich freut, dass das von ihm lang angestrebte und auf die Region zugeschnittene Klima-Sparbuch 2018/2019 nun erhältlich ist.

Zu bekommen ist der Ratgeber für 4,95 Euro in der Dominformation, in der Energieagentur (Cläre-Prem-Straße 1), bei der Lokalen Agenda (Palaststraße 13) sowie im Buchhandel.

FOTO: keiner / TV