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Land ist verärgert über Bahn

Ab Dezember soll es keinen Fernzug mehr von und nach Trier geben. Das Land lehnt es weiter ab, der Bahn für den Erhalt der Verbindungen Geld zu zahlen. TV-Foto: Archiv/Friedemann Vetter
Ab Dezember soll es keinen Fernzug mehr von und nach Trier geben. Das Land lehnt es weiter ab, der Bahn für den Erhalt der Verbindungen Geld zu zahlen. TV-Foto: Archiv/Friedemann Vetter
Trier/Mainz. Die Landesregierung lehnt es auch weiterhin ab, für den Erhalt der Fernzüge von und nach Trier der Bahn einen Ausgleich zu zahlen. Das sei "nicht akzeptabel", heißt es aus Mainz auf ein entsprechendes Angebot. Bernd Wientjes

Trier/Mainz. Im rheinland-pfälzischen Infrastrukturministerium reagiert man verschnupft. Es sei schon verwunderlich, dass über die Zukunft des Fernverkehrs entlang der Mosel in Saarbrücken gesprochen worden sei, sagt Ministeriumssprecher Joachim Winkler auf TV-Anfrage. Zumal die Landesregierung nicht zu dem Gespräch mit dem für den Fernverkehr zuständigen Bahnvorstand Berthold Huber und dem Konzernbevollmächtigten für Rheinland-Pfalz und Saarland, Jürgen Konz, eingeladen gewesen sei. Anders als die Spitze der rheinland-pfälzischen CDU. Parteichefin Julia Klöckner war ebenso anwesend wie Generalsekretär Patrick Schnieder sowie die Bundestagsabgeordenten Bernhard Kaster (Trier) und Peter Bleser (Cochem).
CDU-Spitze bei Treffen dabei


Vereinbart wurde das Treffen Mitte Februar, als die rheinland-pfälzische und die saarländische CDU-Landesgruppe im Bundestag mit Bahnchef Rüdiger Grube über die Zukunft des Fernverkehrs zwischen Luxemburg, Trier und Koblenz und im Saarland gesprochen hatten.
Die Bahn habe deutlich gemacht, dass sie bereit sei, die noch verbliebenen beiden Intercity-Verbindungen von Luxemburg über Trier und Koblenz Richtung Köln zu erhalten, sagte Kaster nach dem Gespräch. Bislang ist geplant, diese zum Jahresende einzustellen. Die Bahn bietet dem Land an, die Fernzüge zwischen Trier und Koblenz in den Nahverkehr zu integrieren. Sie könnten dann mit günstigerem Nahverkehrsticket benutzt werden. Das Land müsste einen Ausgleich für die Ticketpreise zahlen (der TV berichtete). "Wir gehen davon aus, dass das Land auf die Gesprächsbereitschaft des Landes eingehen wird", sagt Kaster.
Doch dem scheint eher nicht so zu sein. Die Bahn habe dem Land in den vergangenen Wochen ihre Vorstellungen zum Erhalt des Fernverkehrs übermittelt, sagt Ministeriumssprecher Winkler. Das sogenannte Integrationskonzept unterscheide sich kaum von dem bisherigen Angebot. "Die Bahn fordert weiterhin einen finanziellen Ausgleich des Landes für eine Leistung, für die der Bund zuständig ist", wiederholt Winkler die bisherige Haltung der Landesregierung. Ein solches Angebot sei für das Land nicht akzeptabel. Die bisherigen Angebote der Bahn zur Öffnung von Fernverkehrszügen für den Nahverkehr seien für das Land und die für den Schienennahverkehr zuständigen Zweckverbände deutlich teurer als die Bestellung der schnellen Regionalzüge. Außerdem sei mit der Bahn vereinbart worden, dass über die Vorstellungen zunächst intern gesprochen und nicht bei einem Termin in Saarbrücken ohne Beteiligung der Landesregierung gesprochen werde, ärgert sich der Ministeriumssprecher.
Aus Sicht der Landesregierung bestehe trotz der ab Ende des Jahres geplanten Ausweitung des Nahverkehrs in bestimmten Zeiten weiterhin Interesse, zusätzlich Fernverkehr anzubieten, "um beispielsweise das große touristische Potenzial der Mosel mit Direktverbindungen auszuschöpfen". Die Bahn will jedoch mit dem Integrationskonzept, das sie bereits in anderen Bundesländern umgesetzt hat, Regionalzüge durch Fernzüge ersetzen.