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LandalGreenParks in der Region Trier

Tourismus : Naturferien locken neue Gäste in die Region

Mit mehr als eine Million Übernachtungen gehören die fünf LandalGreenParks in der Region Trier zu den touristischen Großanbietern. Die Corona-Krise hat für Unternehmen, Mitarbeiter und Region auch positive Änderungen gebracht.

Urlaub, Erholung, Abstand von den eigenen vier Wänden und der Arbeit: In der Corona-Pandemie wird es Reisenden nicht leicht gemacht, wenn sie eine Auszeit brauchen. Denn weit entfernte Reiseziele, Flugreisen und Pauschalangebote verlieren ihren Reiz, wenn sie nicht gänzlich verboten sind.

Umgekehrt suchen immer mehr Menschen nach Ruhe in der Natur, erlebt heimatnahes Reisen und Wandern einen Boom. Ein Anbieter, der davon seit Jahren – vor allem aber in diesem besonderen Corona-Jahr – profitiert, ist der Ferienpark-Anbieter Landal GreenParks mit fünf Resorts allein in der Region Trier. In Saarburg (Landal Warsberg), nahe Kell am See (Landal Hochwald), in Leiwen (Landal Sonnenberg), in Kröv (Landal Mont Royal) und in Stadtkyll (Landal Wirfttal) hat der Anbieter inzwischen über 5500 Betten in Ferienhäusern sowie 750 Campingstellplätze und Sonderformen wie Safarizelte und Holzlodges geschaffen, um jährlich mehr als eine Million Übernachtungen von mehr als 160 000 Gästen abzuwickeln.

„Wir stehen mit unseren freistehenden Häusern für Natururlaub, der sicher ist und der für die Gäste überschaubar ist“, sagt Jaap Schuurman, Regionaldirektor von Landal GreenParks und zuständig für die inzwischen elf deutschen Parks. Weil die Menschen in Corona-Zeiten nahe ihrem Zuhause Urlaub und Abwechslung suchten, habe das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern in der Trierer Firmenzentrale und den 250 Beschäftigten in den regionalen Parks in diesem Jahr einen Zuwachs erlebt. „Kamen vor Corona noch rund 70 Prozent unserer Gäste aus den Niederlanden und 30 Prozent aus Deutschland, so hat sich dieses Verhältnis 2020 umgekehrt“, sagt Schuurman. Zusätzlich ist – trotz der Parkschließungen im Frühjahr und aktuell – ein Gästeplus von sieben Prozent zu verzeichnen.

Dabei ist die Ferienpark-Kultur eigentlich gar keine deutsche, sondern ein aus den Niederlanden importierter Trend. „In den Niederlanden gehören Ferienparks zum Kulturgut und die Häuser sind im Lockdown auch von Schließungen verschont geblieben“, sagt der Manager. „Wo will man als Stadtbürger auch hin, wenn man in einer engen Wohnung lebt?“ Eine Philosophie, die er sich auch für Deutschland wünscht.

Landal GreenParks ist schon vor Jahren daraus entstanden, dass der niederländische Versicherer Ennia für seine Mitarbeiter Ferienparks gebaut hat, und diese in ferienarmen Zeiten auch kommerziell vermarktet hat. Der Name Landal kam 1996 auf, anfangs mit fünf Parks in Deutschland (den genannten in der Region Trier) sowie zehn in den Niederlanden. Heute ist daraus ein Parknetz aus 92 Einrichtungen in ganz Europa geworden (siehe Info).

„Unsere Strategie ist es, Natur zu vermarkten. Wo geht das besser als an der Mosel und in der Eifel“, fragt Schuurman und gibt selbst die Antwort: „Wir haben zwar auch Animationsangebote wie alle Parks.“ Aber diese Angebote gehörten nicht zum Kern der Botschaft. „Es geht eher darum, Sicherheit zu bieten und die Angebote für Selbstversorger daran anzupassen“, so der Urlaubsexperte.

Etwas, was Schuurman nicht nur für seine Gäste für wichtig hält, sondern auch für die fast 350 Mitarbeiter in der Region Trier und die anderen rund 150 deutschlandweit. So gibt es für sie und für alle Mitarbeiter in den elf deutschen Parks einen neuen Haustarifvertrag, ausgehandelt mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Er greift ab dem 1. Januar 2021 in ganz Deutschland und beinhaltet unter anderem Sonn- und Feiertagszuschläge, ein Urlaubsplus, Lohnsteigerungen für Beschäftigte und Auszubildende sowie eine steuerfreie Corona-Prämie.

„Wir sind der Meinung, wo Beschäftigte dann arbeiten, wenn andere Urlaub machen und es sich gutgehen lassen, müssen Löhne und Gehälter mithalten können“, sagt Schuurman. Dabei geht es ihm auch um Perspektiven für die Beschäftigten. „Wir gelten in der Hotellerie und Gastronomie in Rheinland-Pfalz seit mehr als einem Jahr als tariflos. Und eine Einigung ist nicht absehbar.“ In einer solchen Situation sei es schwer, Mitarbeiter zu binden und neue zu bekommen. „Niemand geht in den Tourismus, wenn es ihm nicht um die Sache geht oder wenn er allein auf Arbeitszeiten schaut. Aber es muss fair zugehen und wir als Arbeitgeber müssen attraktiv bleiben“, sagt der Ferienpark-Chef. „Bei uns bestimmt die Nachfrage den Preis. Daran sollen auch die Mitarbeiter angemessen teilhaben.“

Doch wie sind die Perspektiven für die Branche? Und wie profitieren LandalGreenParks und die Region Trier davon? Halten sich die Buchungen zurück? „Im Gegenteil“, freut sich Schuurman: „Im Vergleich zu Ende 2019 verzeichnen wir derzeit ein Buchungsplus von 30 Prozent. Das gibt Hoffnung in schwierigen Zeiten.“ Vor allem bis inklusive Ostern werden die Parks stark gebucht, das sei „erstaunlich“. Schon in diesem Sommer sei die Nachfrage größer als das Angebot gewesen. „Die meisten Menschen versuchen ihren Haupturlaub zu sichern, was auch verständlich ist. Wir versuchen umgekehrt flexibel auf mögliche Entwicklungen zu reagieren.“

 Bezirksdirektor Jaap Schuurman ist für die elf deutschen Ferienparks von LandalGreenParks verantwortlich. Zentrale ist Trier.
Bezirksdirektor Jaap Schuurman ist für die elf deutschen Ferienparks von LandalGreenParks verantwortlich. Zentrale ist Trier. Foto: LandalGreenParks
 Der Kröver Landal-Park Mont Royal gehört zu den ältesten deutschen Ferienparks überhaupt. LandalGreenParks hat zahlreiche Häuser energieautark gebaut.
Der Kröver Landal-Park Mont Royal gehört zu den ältesten deutschen Ferienparks überhaupt. LandalGreenParks hat zahlreiche Häuser energieautark gebaut. Foto: LandalGreenParks

Allerdings weiß Schuurman auch, dass viele seiner Kollegen im Tourismus die Corona-Krise nicht überstehen werden. Für die Gesamtindustrie sieht er eher schwarz. Deshalb fordert er langfristige Perspektiven. „Unsere Mitarbeiter sind verunsichert, ob und wann wir wieder öffnen können. Wir haben unsere Beschäftigten nicht in die Kurzarbeit geschickt, damit die Parks weiter gepflegt bleiben“, sagt der Manager. Aber er müsse stets bilanzieren, ob diese Strategie passe. „Andererseits müssen die Parks von heute auf morgen funktionsfähig sein: Ein Park wie Warsberg bei Saarburg etwa hat in Hauptzeiten gleichzeitig 3000 Gäste. Das ist ein logistischer Großakt.“