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Landwirte leiden unter dem Wetter – Verluste von bis zu 50 Prozent

Landwirte leiden unter dem Wetter – Verluste von bis zu 50 Prozent

Die Erdbeeren faulen, die Kirschen platzen, der Mais wächst nicht und das Wintergetreide ist erforen: Ein Teil der Ernte 2012 ist bereits verloren. Damit es nicht noch schlimmer kommt, hoffen die Landwirte nun dringend auf Sommerwetter.

So sehr sich die Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten auch gewandelt haben mag - sie bleibt vom Wetter abhängig. Und das hat den Bauern der Region seit Beginn des Jahres schwer zu Schaffen gemacht. Die Folgen für die Ernte 2012 sind teilweise drastisch. Dem Bauernverband Rheinland-Pfalz und Nassau zufolge ist etwa ein Drittel des Wintergetreides und Rapses bei den extremen Frösten zu Beginn des Jahres erfroren. "Das bedeutet doppelte Kosten für Saatgut und doppelte Arbeit", sagt Verbandssprecher Herbert Netter, der die Umsatzeinbußen bei den Betroffenen mit 20 Prozent beziffert. Auf vielen der erneut bearbeiteten Flächen steht nun Sommergetreide oder Mais. Während es dem Getreide gut geht, will der Mais wegen der kühlen Temperaturen nicht richtig wachsen, sodass die Bauern auch hier eine schlechte Ernte befürchten. Besonders hart getroffen hat das anhaltend kühle und regnerische Wetter die Obstbauern. In Trier-Zewen, das für seine Erdbeerfelder bekannt ist, sprechen Landwirte von 50 Prozent Verlust im Vergleich zum Vorjahr: Die Erdbeeren faulen auf den Feldern, ehe sie rot werden, die Kirschen platzen und viele Obstbäume tragen spärlich, da die Blüten dem Spätfrost zum Opfer gefallen sind. Auch die Winzer befürchten Einbußen bei der Ernte. Denn: Ist es zu kühl und nass, werden viele Rebblüten nicht befruchtet. Für das Wachstum des in der Region weitverbreiteten Grünlands hingegen ist das Wetter gut. Das Gras wächst üppig. Nur fehlte bisher die mindestens dreitägige Regenpause, um es auch schneiden und auf der Wiese trocknen lassen zu können. "Wir haben die Sorge, dass Betriebe ihr Tierfutter zukaufen müssen", sagt Netter, der sich - wie wohl alle Bauern und Winzer - dringend Sonne und sommerliche Temperaturen wünscht. Der Hobbygärtner bekommt von alledem so gut wie nichts mit. Denn Salat, Kartoffeln und Gemüse gedeihen derzeit prächtig - ebenso wie Getreide, Zuckerrüben oder der Tabak in der Wittlicher Senke. Auch im Supermarkt macht sich die angespannte Lage nicht bemerkbar: Die Preise verändern sich dem Bauernverband zufolge kaum, da solche Ernteeinbußen gleich durch Importe ausgeglichen werden.