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Leere Regale im Supermarkt: Wieso fehlen einige Produkte? - die Gründe

Leere Regale im Einzelhandel : Warum bisweilen Produkte im Supermarkt fehlen

Nicht nur wegen des aktuellen Rohstoffmangels finden Verbraucher das Gesuchte im Supermarkt manchmal nicht. Das sind die Gründe.

Die Zeit in der ersten Phase der Pandemie ist noch lebhaft in Erinnerung: Als die Menschen befürchteten, auch die Supermärkte und Discounter müssten irgendwann ihre Türen für den Kundenverkehr schließen und es sei an der Zeit, sich unter anderem mit Klopapier einzudecken. Die Märkte waren voll, die Regale bald leer. Wobei die Läden der Grundversorgung in Deutschland zu keinem Zeitpunkt während der Pandemie geschlossen worden sind.

Auch dieser Tage beobachten Kunden an manchen Stellen, dass bestimmte Lebensmittel und andere Artikel wieder fehlen. Wobei der Mangel diesmal weniger mit Hamsterkäufen zu tun hat. Dass bestimmte Waren gegenwärtig nicht oder deutlich schwerer als zuvor verfügbar sind, hat mehrere Gründe.

Ukraine-Krieg „Im Einzelhandel in Deutschland drohen aktuell in der Folge des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen Wirtschaftssanktionen keine Warenengpässe“, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland HDE, jüngst den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das gilt aber nicht bei jedem Produkt. Denn beispielsweise beim Sonnenblumenöl ist die Ukraine eines der weltweit wichtigsten Exportländer. Dadurch, dass von dort derzeit nichts mehr kommt, entstehen natürlich auch Lücken in den Regalen. Das Gleiche gilt beim Mehl, wo sich Lieferengpässe und vorangegangenen Missernten in anderen Ländern negativ auf Verfügbarkeit und Preis auswirken. Der meiste Weizen für Deutschland wird zwar in unserem Land selbst angebaut, aber die hohen Weltmarktpreise wirken sich auch auf die Preise hierzulande aus.

Dazu kommt, dass Produktionsanlagen teilweise stillstehen und aus den Containerhafen weniger verschifft wird. Der neuerliche Lockdown in einigen chinesischen Regionen könnte das Problem verschärfen.

Spritpreis Alle stöhnen über die hohen Preise an den Tankstellen. Die treffen auch die Spediteure hart. Die Transportbranche warnte schon vor einigen Tagen wegen der hohen Treibstoffkosten vor Insolvenzen im Gewerbe. Auch der Dieselpreis ist am Montag bei 2,30 Euro je Liter erneut auf ein Rekordhoch gestiegen und treibt die Kosten für die Lebensmitteltransporte. „Ohne den Diesel-Lkw bleiben morgen die Supermarkt-Regale leer“, hat BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt gesagt. Ein Hilferuf auch an die deutsche Politik.

Auf jeden Fall keine gute Idee ist das, was über soziale Medien kolportiert wird – dass nämlich manche Speiseöl auch deshalb in Mengen gekauft haben, um damit Diesel im Tank zu ersetzen. Ob solche Tweets, deren zufolge Autofahrer das im Supermarkt gekaufte Öl direkt in ihren Tank gekippt haben sollen, Fake oder Wahrheit sind, bleibt offen. Auf jeden Fall hat der Automobilclub ADAC davor gewarnt und darauf hingewiesen, dass die Schmierfähigkeit beim Speiseöl deutlich schlechter ist. Folge: Der Motor des Fahrzeugs leidet.

Fahrermangel Und selbst wenn die Transportunternehmen die hohen Preise für Diesel noch schultern können – mitunter fehlt einfach auch das Personal in den Fahrerkabinen. Denn große Teile des Transports werden über Unternehmen aus Mittel- und Osteuropa abgewickelt. Ein Teil davon entfällt auch auf die Ukraine. Wenn der nicht mehr da ist, weil die Männer das Land nicht mehr verlassen dürfen, können manche Touren nicht mehr bedient werden.

Händler/Hersteller-Streit Nicht jeder Warenmangel hängt mittelbar oder unmittelbar mit dem Krieg in der Ukraine zusammen. Manchmal liegt es ganz einfach daran, dass Hersteller und Händler sich nicht über den Preis einig werden und Handelsunternehmen bestimmte Produkte dann auslisten – zumindest vorübergehend. Da fliegen dann auch schon mal Putzmittel, Säfte, Mineralwasser oder Schokolade aus dem Regal. Dazu kommt, dass sowohl Supermärkte als auch Discounter damit begonnen haben, Schweine- und Geflügelfleisch aus der Haltungsstufe eins aus dem Sortiment zu nehmen.