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Lehrstellen: Nur noch wenige unversorgte Bewerber

Lehrstellen: Nur noch wenige unversorgte Bewerber

Die Agentur für Arbeit zieht einen Schlussstrich unter das Ausbildungsjahr 2011/12: In den vergangenen Monaten haben sich mit 3500 Jugendlichen rund 400 Bewerber mehr für eine Lehrstelle beworben als ein Jahr zuvor. Nur wenige sind noch nicht untergekommen.

Der Berufsstart in diesem Ausbildungsjahr war für viele Jugendliche eine leichte Übung. Zwar haben sich 3554 junge Menschen bei der Agentur für Arbeit auf Lehrstellensuche gemeldet, doch bei den 3820 angebotenen Stellen fand fast Schulabgänger eine Stelle. Ende Oktober sind nur noch 110 junge Menschen ohne Ausbildungsstelle, in den vergangenen Jahren waren dies zum gleichen Zeitpunkt oft 300 bis 400 suchende Jugendliche. Rein rechnerisch könnten die freien Bewerber sich auf 189 unbesetzte Lehrstellen bewerben, doch oft passen Wohn- und Arbeitsort nicht zusammen, oder die Qualifikation oder Neigung reichen nicht aus. Entsprechend sieht die Bilanz der Arbeitsagentur aus. Die Pressesprecherin der Trierer Arbeitsagentur, Martina Tiné: "Über Jahre hinweg war die Suche nach Berufsausbildungsstellen für viele Jugendliche geprägt von einem Mangel an Ausbildungsplätzen, mehrjährigen Warteschleifen und Kompromissen bei der Berufswahl. Doch nun verbessern sich die Ausgangs8chancen." Für den Chef der Agentur für Arbeit, Wolfram Leibe, ist zudem viel Dynamik im regionalen Ausbildungsmarkt: "Der klassische Schüler mit mittlerer Reife, 17 Jahre alt und gute Noten, ist nicht mehr die Regel. Der Bewerbungsmarkt ist bunter geworden." Vor allem viele junge Menschen mit Fachhoch- und Hochschulreife entscheiden sich für den Weg in die berufliche Ausbildung. Das Duale Studium, bei dem die Bewerber sowohl eine berufliche Ausbildung absolvieren, als auch ein Hochschulstudium, ist nach Erkenntnissen der Berufsberater "der Renner". Mit Blick auf die Schulabschlüsse zeigt sich, dass immer noch Bewerber mit Hauptschulabschluss (1360) und Realschulabschluss (1323) dominieren. Doch immer mehr Schüler mit Fachhochschulreife (386) und Abi (354) steigen ebenfalls über eine duale Ausbildung ins Berufsleben ein. Erstaunlich: Unter den 3500 Bewerbern waren nur 20 ohne Schulabschluss. Unverändert ist auch der Fokus der Jugendlichen auf einige wenige Ausbildungsberufe. Bei den jungen Frauen stehen die Kauffrau im Einzelhandel (204 Bewerbungen), Bürokauffrau (186) und der Beruf der Verkäuferin (170) auf den ersten Plätzen, bei den jungen Männern sind es der KFZ-Mechatroniker (118), der Tischler (98) und der Kaufmann (79). hw
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