Leichter Aufwind im Maschinenbau

Leichter Aufwind im Maschinenbau

Leicht verbesserte Auftragslage, Hinweise auf eine konjunkturelle Erholung: Der 2009 arg gebeutelte Maschinen- und Fahrzeugbau sieht Licht am Ende des Tunnels. Firmenchefs aus der Region äußern sich vorsichtig optimistisch.

Trier/Prüm/Daun. Der Maschinen- und Fahrzeugbau gehört bundesweit zu den am heftigsten von der Wirtschaftskrise betroffenen Branchen. Auch in der Region Trier haben große Unternehmen wie der Baumaschinen-Hersteller Volvo in Konz schwer zu kämpfen. Dank der mittelständisch geprägten Struktur und Einsparungen durch Kurzarbeit gelang es bisher den meisten Firmen, größere Entlassungen zu vermeiden.

Doch lässt sich das durchhalten? Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wittert Morgenluft. Der Auftragseingang im November 2009 lag zwar zwölf Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Diese Zahl ist jedoch weit weniger dramatisch als die Einbrüche zuvor. "Wir sind unten aufgeschlagen und mühen uns jetzt langsam auf die Knie hoch", sagt VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Roland Wölfl, Bevollmächtigter der IG Metall in Trier, bleibt vorsichtig: "Es stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. Wir brauchen das Instrument der Kurzarbeit auch weiterhin."

Qualität und Prozesse weiter verbessern



Gerhard Eder, Geschäftsführer des Druckguss-Werks von Stihl in Weinsheim bei Prüm (600 Mitarbeiter), verweist auf den hauseigenen Standort-Sicherungsvertrag vom September: "Bei uns wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben." Der hohe deutsche Standard bei Aus- und Weiterbildung, Qualität und Produktionsabläufen müsse gesichert und verbessert werden, statt auf einen Billig-Kurs zu verfallen.

"2009 war für unsere Sparte ,Allgemeiner Maschinenbau' ein schlechtes Jahr, November und Dezember waren besser", bilanziert Edgar Caspers, Geschäftsführer der Vulkan Technic GmbH aus Wiesbaum (Kreis Vulkaneifel, 80 Mitarbeiter). Einige vorübergehend Entlassene seien inzwischen wieder eingestellt worden. In der zweiten Sparte Biotechnologie liege die Wachstumsrate für die Firma im Vergleich zu 2008 bei 28 Prozent: "Da ist von Krise nichts zu spüren."

Die Natus GmbH aus Trier (620 Mitarbeiter) baut elektrotechnische Schaltschrank-Anlagen. Ihre Hauptkunden aus dem Bereich Maschinenbau seien 2009 zwar weggebrochen, bedauert Frank Natus: "Aber als Zulieferer für zahlreiche Branchen sind wir sehr breit aufgestellt und von der Krise deshalb nicht so stark betroffen. Uns geht es relativ gut."

Die Orten GmbH aus Bernkastel-Kues (Fahrzeugbau, 130 Mitarbeiter) beschränkt die Kurzarbeit auf die Verwaltung. "Wir sind in der Talsohle angekommen", sagt Robert Orten, der ab Ende 2010 mit einem Aufschwung rechnet. Sein Appell: "Die Banken müssen ihrer Verantwortung gerecht werden. Das Geld gehört in die Wirtschaft."