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Lichtblick Wittlicher Pizzaburger

Lichtblick Wittlicher Pizzaburger

Dr. Oetker wächst langsam. Gute Ergebnisse in Auslandsmärkten werden zur Hälfte von Währungsschwankungen getilgt. Gut eingeschlagen ist indes der Pizzaburger aus Wittlich.

Bielefeld. Der Lebensmittelkonzern Dr. Oetker schaut wohl mit einiger Zufriedenheit auf sein Werk in Wittlich. Nur dort wird der neue Pizzaburger produziert, und der ist am Markt für den Konzern ein richtiger Lichtblick.
Rund 1200 Mitarbeiter arbeiten insgesamt in Wittlich für Dr. Oetker. Für das neue Produkt wurden im Herbst 50 Mitarbeiter neu eingestellt. Verkauft wird der Spezialburger made in Wittlich seit September ausschließlich in Deutschland. Das ist ein Unterschied zu seiner Pizzaverwandtschaft: Nach früheren Angaben gehen die in Wittlich hergestellten Pizzen und Mini-Baguettes zu 40 Prozent in den deutschen Markt, 60 Prozent in den Export bis nach Kanada. 2012 stellte das Wittlicher Werk im Drei-Schichten-Betrieb 360 Millionen Pizzen und 40 Millionen Mini-Baguettes her.
"Zufriedenstellendes Jahr"


Der Konzern hat gestern für 2013 eine gemischte Bilanz vorgelegt. Konzernchef Richard Oetker sprach von einem zufriedenstellenden Jahr. Der Umsatz stieg um 2,3 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro. Organisch seien die Erlöse sogar um 4,9 Prozent gewachsen, und zwar je zur Hälfte durch Preissteigerungen und mehr Verkäufe. Ein Teil des Zuwachses sei aber durch Währungseffekte aufgefressen worden. 2014 sei gut angelaufen, sagte Oetker. Darum sei man trotz des Preisdrucks bei Rohstoffen zuversichtlich.
In Deutschland wuchs der Umsatz um 2,4 Prozent. Erfolgreich sei vor allem der neue Pizzaburger aus Wittlich. Seit der Einführung habe der bereits drei Prozent Anteil am bundesweiten Markt mit Tiefkühlpizzen erreicht. Der wird auf rund eine Milliarde Euro im Jahr geschätzt. Auch im Ausland, wo Oetker zwei Drittel (67 Prozent) des Geschäfts mit Pudding, Tiefkühlpizza, Backzutaten, Müsli und Frischedesserts macht, wuchs der Umsatz mit 2,2 Prozent verhalten. Guten Erlösen in Italien, Frankreich und den USA stand etwa die schwierige Lage auf dem argentinischen Markt für Tiefkühlpizza gegenüber. Die Landesgesellschaft Argentinien wurde darum verkauft.
Zu Berichten über Auseinandersetzungen in der Eigentümerfamilie sagte Oetker: "Ja, es gab und gibt unterschiedliche Sichtweisen und kontroverse Diskussionen unter den Gesellschaftern."
Die habe es aber immer gegeben und hätten keine Auswirkungen auf das Tagesgeschäft. Zu der Kartellstrafe in Millionenhöhe gegen die Oetker-Tochter Radeberger wollte sich Oetker nicht äußern. Die Radeberger Gruppe, Biermarktführer in Deutschland, hat den Vorwurf der Preisabsprache zurückgewiesen und Widerspruch eingelegt.
Der Nahrungsmittelkonzern um die Dr. Oetker GmbH, Marktführer in Europa bei Tiefkühlpizzen, ist nur ein Teil der großen Oetker-Gruppe. Zur Gruppe gehören die Reederei Hamburg Süd, die Radeberger-Gruppe, das Bankhaus Lampe sowie Luxushotels und zahlreiche kleinere Unternehmen. dpa/hw
Extra

Dr. Oetkers WM-Favoriten: Deutschland, Brasilien und Frankreich: So lauten die WM-Favoriten des Lebensmittelkonzerns Dr. Oetker - geht man von den Spezial-Pizzen aus, die das Unternehmen zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien auf den Markt bringt. Die Kreationen "Alemanha", "Brasil" und "Franca" werden aber nur in Brasilien angeboten, wie Dr. Oetker am Dienstag mitteilte. Die charakteristischen Zutaten der "Alemanha" sind Frankfurter Würstchen, Zwiebeln und Senf. dpa