Luxair fliegt Verluste ein

Luxair fliegt Verluste ein

LUXEMBURG. (sas) Die Luxemburger Fluggesellschaft Luxair ist im Umbruch. Trotz einer Verbesserung der Auslastung und eines Passagierzuwachses verzeichnet die Fluglinie für das vergangene Jahr einen Verlust von rund zwölf Millionen Euro.

Das Jahr 2006 soll ein Jahr des Übergangs werden - nach Verlusten und einer Verringerung von Flügen und Flugzielen im vergangenen Jahr. Folglich kann der neue Luxair-Chef Adrien Ney, seit einem knappen Jahr im Amt, nur ein "mittelmäßiges Jahr" verzeichnen, wie die Fluggesellschaft gestern mitteilte. Noch immer tüftelt er mit seiner Führungsmannschaft an einem Unternehmensplan, noch immer ist nicht klar, wie die Fluglinie Luxair aus den Miesen kommen soll und dabei attraktive Flugziele zu vertretbaren Preisen anbieten kann. So wurden zum Oktober 2005 im neuen Winterflugplan die Zahl der Linienflüge um 1,7 Prozent und die der Ferienflüge um 3,6 Prozent gekappt - das waren im Gesamtjahr immerhin 600 Flüge weniger. Zwar sank die Zahl der insgesamt transportierten Passagiere bei den Linienflügen im Jahr 2005 um rund 1,6 Prozent, bei den Ferienpassagieren stieg die Zahl jedoch um gut sieben Prozent. Insgesamt flogen mit knapp 1,2 Millionen Kunden etwas mehr Passagiere mit den Luxemburgern als noch im Vorjahr. Die Folge: Es stieg die Auslastung der Maschinen um vier Prozentpunkte auf nun 65,7 Prozent. Vor allem die Auslastung der Ferienflieger ist stark gestiegen - auf nun knapp 80 Prozent. Nichtsdestotrotz bleibt damit die Fluglinie Luxair in den roten Zahlen stecken - bei einem geschätzten Verlust von rund zwölf Millionen Euro. Das sind nochmals etwa fünf Millionen Euro mehr als schon 2004, als die Vorstandsmitglieder des Unternehmens noch optimistisch waren, schnell eine Kehrtwende zu schaffen. Im zweiten Geschäftsbereich, dem so genannten "Tour Operating"-Geschäft mit den touristischen Pauschalangeboten von Luxair Tours, wird dagegen erstmals wieder mit einem positiven Resultat gerechnet. Der dritte Geschäftsbereich, das "Cargo Handling" im Frachtbereich, bleibt der Gewinnbringer des Unternehmens. Auch wenn das abgewickelte Gesamtvolumen im Jahr 2005 im Vergleich zu den Vorjahren mit einem Plus von 4,5 Prozent weniger stark gewachsen ist (2004: plus 17,3 Prozent), wurden auf dem Findel knapp 800 000 Tonnen Fracht umgeschlagen. Für dieses Jahr peilt die Fluggesellschaft die finanzielle Autonomie der einzelnen Geschäftsbereiche an - um nach eigenen Angaben "so langfristig den Erhalt der Luxair zu sichern". Die Ziele: eine neue Philosophie und bis 2008 ein positives Betriebsergebnis zu erzielen.

Mehr von Volksfreund