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Luxemburger Gewerkschaft eröffnet in Trier Büro für Grenzgänger

Patrick Dury kämpft für die Rechte der Pendler. TV-Foto: H. Waschbüsch
Patrick Dury kämpft für die Rechte der Pendler. TV-Foto: H. Waschbüsch
Trier/Luxemburg. Anfang April wird die luxemburgische Gewerkschaft LCGB (der Lëtzebuerger Chrëschtleche Gewerkschaftsbond) ein Büro für Grenzgänger in Trier eröffnen. Dies teilte der LCGB bei seiner ersten Pressekonferenz auf deutschem Boden mit.

Trier/Luxemburg. Für Patrick Dury, Nationalpräsident des LCGB, ist es noch etwas ungewohnt, außerhalb von Luxemburg zur Pressekonferenz einzuladen. Doch die luxemburgische Gewerkschaft wird ihr Engagement jenseits der Grenze in den kommenden Wochen deutlich erweitern. "Wir wollen den Service für die vielen Grenzgänger ausbauen", sagte Dury bei der Premiere in Trier. Insgesamt arbeiten rund 35 000 Menschen aus Deutschland im benachbarten Luxemburg. Fast 28 000 pendeln dabei aus der Region Trier täglich ins Großherzogtum, 7000 Saarländer verdienen ebenfalls beim Nachbarn ihr Geld. Nachdem der LCGB bereits in Belgien und Lothringen seine Grenzpendler mit Büros und Service betreut, wird nun auch Trier aufgewertet.
Insgesamt betreut die luxemburgische Gewerkschaft rund 40 000 Mitglieder. "Wir machen keine Unterschiede zwischen den Arbeitnehmern", sagt der Gewerkschaftspräsident, der sich, wenn es etwa um unterschiedliche Studienbeihilfen für Luxemburger und Pendler geht (der TV berichtete), kämpferisch gibt. "Eine unterschiedliche Behandlung von Grenzgängern und Einheimischen ist nicht in Ordnung, und die EU hat der Regierung auch geraten, dieses Vorgehen doch noch einmal zu überdenken." Angesichts von insgesamt 150 000 Pendlern aus Frankreich, Belgien und Deutschland (bei insgesamt gut 300 000 Beschäftigten im Privatsektor) sei es doch selbstverständlich, dass "unsere Wirtschaft diese Arbeitnehmer braucht", sagt Dury. Die Gewerkschaft will deshalb auch noch eine stärkere Gleichstellung bei Arbeitslosigkeit. Auch hier müssten Pendler wie Einheimische behandelt werden, erklärt Dury ein weiteres Ziel des LCGB. Kämpferisch gibt sich die Gewerkschaft auch bei den Verhandlungen zur sogenannten Tripartite. Die Gewerkschaft hat Gespräche mit Arbeitgebern und Regierung beendet. "Diskussionen um Mindestlohn, Arbeitsmodelle und Rentenanpassungen können wird nicht zustimmen", sagte Dury. Sorgen bereitet dem Gewerkschaftspräsidenten auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Luxemburg. "Eine Jugendarbeitslosigkeit von 15 Prozent ist viel zu hoch und wird uns in Zukunft große Probleme bescheren. Hier müssen wir gegensteuern."
Service für Grenzgänger: Am Samstag 9, März, gibt es in der Europäischen Rechtsakademie, Metzer Allee 4, in Trier zwei Infoveranstaltungen für Pendler und Interessierte. Um 9 Uhr, "Ihre Steuererklärung 2011" und um 13.30 Uhr, "Die deutsche und luxemburgische Rentenversicherung." hw