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Luxemburger Gewerkschaft eröffnet Trierer Büro

Die Gewerkschaften in der Region stehen zusammen (von links): Christian Z. Schmitz (DGB Trier), Wolfgang Schnarrbach (Präsident der deutschen OGBL-Grenzgänger) sowie Patrick Freichel, Nico Clement und Vivanne Jeblik (alle OGBL). TV-Foto: Heribert Waschbüsch
Die Gewerkschaften in der Region stehen zusammen (von links): Christian Z. Schmitz (DGB Trier), Wolfgang Schnarrbach (Präsident der deutschen OGBL-Grenzgänger) sowie Patrick Freichel, Nico Clement und Vivanne Jeblik (alle OGBL). TV-Foto: Heribert Waschbüsch
Trier. Die Wirtschaft in Luxemburg kann ohne Pendler nicht überleben. Von den 353 000 Menschen, die im Großherzogtum arbeiten, sind 157 000 Grenzpendler. 40 000 aus Deutschland. Für sie eröffnet die luxemburgische Gewerkschaft OGBL ein Büro in Trier. Heribert Waschbüsch

Trier. Die luxemburgischen Gewerkschaften zieht es nach Trier. Nachdem vor wenigen Tagen der Lëtzebuerger Chrëschtleche Gewerkschaftsbond (LCGB) angekündigt hat, in Trier ein eigenes Büro zu eröffnen, zieht nun der Onofhängege Gewerkschaftsbond Lëtzebuerg (OGBL) nach.
Dem zuständigen Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Christian Z. Schmitz, bereitete es sichtlich Vergnügen, seine Luxemburger Kollegen im Haus der Gewerkschaft in der Herzogenbuscherstraße 52 in Trier zu begrüßen. Die Luxemburger Gewerkschaftler sind demnächst regelmäßig Gast in den DGB-Räumen. Vom 5. April an wird Patrick Freichel vom OGBL jeweils donnerstags von 13 bis 17 Uhr dort seine Sprechstunde abhalten. "Ich freue mich auf die Aufgabe", sagt Freichel, der reichlich Erfahrung in der Betreuung der Grenzgänger mitbringt. Rund 29 000 Pendler aus der Region Trier arbeiten im benachbarten Großherzogtum, etwa 4000 davon sind Mitgliedes im OGBL. "Die Zahl der Pendler steigt ständig, seit 2010 etwa um zwei bis dreihundert im Monat", erklärt Nico Clement, Geschäftsführer im OGBL. Mit dem Büro in Trier möchte die Gewerkschaft ein klares Zeichen setzen: "Wir wollen in die Nähe unserer Mitglieder", sagt Clement. Seit Jahren betreibt die Gewerkschaft bereits Büros in Bitburg und Saarlouis. Mit Trier sei nun eine wichtige Lücke geschlossen. Und die Themen gehen den Funktionären nicht aus. Der Präsident der deutschen Grenzgänger im OGBL, Wolfgang Schnarrbach, bemängelt ganz offen die vielen Kommunikationsprobleme zwischen den Institutionen hüben wie drüben. Hindernisse beim Kindergeldantrag, Falschinformationen im Invaliditätsfall, Rentenfragen oder das aus Sicht der Gewerschaften unsausgegorene System der Doppelbesteuerung gehören für die Berater zum Tagesgeschäft.
Dem OGBL ist es aber auch wichtig, seinen Mitgliedern darüber hinaus eine politische Stimme zu verleihen. "Die deustchen Pendler können zwar in Deutschland wählen, zahlen ihre Steuern aber in Luxemburg und umgekehrt", so Freichel. Damit hätten sie in vielen wichtigen Fragen kein politisches Gewicht. Als Beispiel nannte er die "ungerechte Behandlung bei den Studienzuschüssen", die Luxemburg den Grenzgängern gestrichen hat. "Dies ist aus unserer Sicht eine Diskriminierung und entsprechend haben wir vor der EU geklagt", erklärt Freichel. Für den OGBL ist dieses Verhalten Luxemburgs ausgesprochen uneuropäisch.
DGB-Chef Christian Z. Schmitz freut sich auf den ständigen Dialog und erhofft sich eine Wechselwirkung: "In der Großregion sind wir Deutschen die Dumpinglöhner, wir haben keinen Mindestlohn und Zeitarbeitsregeln, die der Hohn sind. Da muss sich noch viel ändern."