Macht Ryanair Hahn Konkurrenz?

Lautzenhausen · Auf dem Flughafen Hahn hat die irische Fluggesellschaft Ryanair wegen der Ticketsteuer ihre Flugziele reduziert. Gleichzeitig weitet sie ihr Angebot auf dem Baden-Airport aus und stationiert dort zwei Flugzeuge - trotz der Steuer.

 Ryanair verstärkt ihr Angebot auf dem Baden Airport und könnte damit dem Flughafen Hahn Konkurrenz machen. TV-Foto: Archiv/Roland Morgen

Ryanair verstärkt ihr Angebot auf dem Baden Airport und könnte damit dem Flughafen Hahn Konkurrenz machen. TV-Foto: Archiv/Roland Morgen

Lautzenhausen. Knapp 220 Kilometer ist es von Lautzenhausen im Hunsrück bis zum Baden Airpark in der Nähe des baden-württembergischen Baden-Baden. 220 Kilometer bis zur unmittelbaren Konkurrenz. Denn die irische Fluggesellschaft Ryanair hat angekündigt, nach Hahn bei Lautzenhausen, dem nordrhein-westfälischen Weeze und Bremen auf dem ehemaligen kanadischen Militärflughafen die vierte Basis zu errichten. Zwei Flugzeuge wollen die Iren ab März kommenden Jahres dauerhaft auf dem Baden-Airpark stationieren und insgesamt 19 statt wie bisher zwölf Ziele von dort anfliegen. Unter anderem soll es dann von dort ins portugiesische Faro, ins spanische Malaga, Palma de Mallorca, in die lettische Hauptstadt Riga, ins griechische Thessaloniki, nach Vilnius (Litauen) und Zadar in Kroatien gehen. 800 000 Passagiere pro Jahr erwartet Ryan air auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden.
Noch weniger Flüge ab Hahn?


Einige davon könnten, so vermuten Kritiker, auch vom Hahn abwandern. Denn bis auf Vilnius sind es identische Ziele, die Ryan air auch vom Hunsrück aus anfliegt. Es wird nun befürchtet, dass die Iren wegen der zusätzlichen Basis die Flüge vom Hahn noch weiter reduzieren werden.
Mit der Einführung der Ticketsteuer in Deutschland Anfang des Jahres hat Ryanair ihre Flugziele ab Hahn um fast ein Drittel zurückgefahren. Und im Winter fallen noch mal zehn weitere Strecken vom Hunsrück aus weg. Derzeit hat Ryanair acht statt bislang zehn Flugzeuge im Hunsrück stationiert.
Doch ist es nicht allein die Ticketsteuer, die die irische Fluggesellschaft dazu bringt, ihre Strecken zu reduzieren. Insgesamt 80 ihrer 272 europaweit stationierten Flugzeuge will Ryanair im Winter am Boden lassen - um das teurer gewordene Kerosin zu sparen und damit den Gewinn zu steigern. Auch die wegen Streits mit den jeweiligen Regionalregierungen angekündigten Streckenkürzungen im spanischen Girona und in Alicante und die Aufgabe des Flughafen Reus, ebenfalls in Spanien, zeigen, dass die Iren derzeit knallhart kalkulieren und sich gnadenlos von unrentablen Strecken trennen. Trotzdem will Ryanair im nächsten Jahr europaweit die Passagierzahl von für 2011 erwarteten 75 Millionen auf 79 Millionen steigern. In Deutschland sollen statt der in diesem Jahr prognostizierten acht im kommenden Jahr zwölf Millionen mit Ryanair fliegen. Dazu passt die Eröffnung der Basis in Baden-Württemberg. Vor allem mit dem Ferienzielen Portugal, Mallorca, spanisches Festland und Griechenland will man neue Passagiere gewinnen und den Rückgang der Reisenden auf dem Hahn ausgleichen.Extra

Die Passagierzahlen am Hahn sind seit Anfang des Jahres um 16 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zurückgegangen. Bis Ende September wurden dort 2,2 Millionen Flugreisende gezählt. Am Baden-Airpark waren es rund 884 000, damit 3,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Insgesamt ist die Zahl der Flugreisenden in Deutschland in diesem Jahr bislang um 5,8 Prozent gewachsen. wie

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