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Tourismus: Marke soll Rheinland-Pfalz bekannter machen

Tourismus : Marke soll Rheinland-Pfalz bekannter machen

Parteien wollen mehr ausländische Touristen ins Land locken.

Der Slogan „Wir können alles. Außer hochdeutsch“ hat Baden-Württemberg Aufsehen eingebracht. Schleswig-Holstein setzt auf den „echten Norden“, der Unternehmer animiert, im Ausland für ihr Bundesland zu werben. Rheinland-Pfalz fehlt dagegen eine einheitliche Marke, die weltweit bekannt ist.

Das soll sich ändern, fordert der CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Licht. Er wirbt dafür, den großen Wurf einer Standortmarke zu wagen, mit der sich das Land nach außen präsentieren kann. Der Brauneberger (Kreis Bernkastel-Wittlich) fordert, dabei Tourismus und Wirtschaft einzubinden. „Wir haben eine historische Chance, alle Seiten in ein Boot zu holen. Die müssen wir nutzen“, sagt Alexander Licht vor der heutigen Sitzung der Tourismus-Enquetekommission im Mainzer Landtag.

Besonders im Tourismus will das Land international bekannter werden. Von 25,3 Millionen Übernachtungen kamen im vergangenen Jahr gerade mal rund 5,8 Millionen aus dem Ausland. Licht sieht in einer bekannten Marke eine Chance, mehr Touristen zu gewinnen – und sogar mehr Unternehmen für das Land zu begeistern. Er fordert vom Land, eine Stabstelle im Wirtschaftsministerium anzusiedeln und Geld in die Hand zu nehmen. Fünf Millionen Euro brauche es mindestens, um eine Marke zu schaffen und bekanntzumachen.

Bei den Kosten widersprechen Abgeordnete anderer Parteien. Nina Klinkel (SPD) sagt, andere Länder hätten bemerkenswerte Marken geschaffen, „ohne finanziell auf Rosen gebettet zu sein“. Auch Steven Wink (FDP) geht von deutlich geringeren Kosten aus. Einig sind sich beide auch darin, eine Rheinland-Pfalz-Marke zu wünschen, die die Wirtschaft einbindet. Eine Marke stifte Identität, steigere Attraktivität und Wiedererkennbarkeit, sagt Klinkel, die schon lange für eine Dachmarke wirbt. Albrecht Ehses von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier sieht in einer Marke ebenfalls eine Chance, mehr Aufmerksamkeit in ausländischen Märkten zu erreichen. Diese müsse aber einheitlich abgestimmt sein.