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Mehr als ein Frühlingserwachen

Mehr als ein Frühlingserwachen

In der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK) gibt die regionale Wirtschaft ein positives Stimmungsbild: Lange war die Situation bei Handel, Industrie und Dienstleistungsbetrieben nicht mehr so gut.

Trier. Mit ihren drei jährlichen Konjunkturumfragen versucht die IHK Trier, die Stimmung ihrer insgesamt rund 28 000 Mitgliedsbetriebe immer recht genau einzufangen. Gestern nun legte IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel die jüngsten Umfrage-Ergebnisse vor, bei strahlendem Sonnenschein und bestens gelaunt: "Passend zu dem schönen Wetter können wir ihnen blendende Zahlen vorlegen", sagte Rössel und bewertete das Datenmaterial auch gleich ganz zufrieden: "Das ist mehr als ein Frühlings erwachen."

Insgesamt 110 Unternehmen aus Handel, Industrie und Dienstleistung mit rund 6000 Mitarbeitern haben sich an der Befragung beteiligt. Ein Drittel der Unternehmen bezeichnet die eigene Geschäftslage gegenwärtig als gut, weitere 56 Prozent zumindest als befriedigend. Nur zwölf Prozent aller Befragten berichten von schlechten Geschäften; zu Jahresbeginn waren dies noch 22 Prozent. Auch die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf haben sich aufgehellt: Derzeit stehen 29 Prozent Optimisten nur 18 Prozent Pessimisten gegenüber. Zu Jahresbeginn lag das Verhältnis noch bei 23 zu 27 Prozent.

IHK-Geschäftsführer Matthias Schmitt rechnet mit Blick auf die einzelnen Branchen mit einer guten Entwicklung. "Vor allem die für uns wichtige Industrie zeigt sich erholt und ist bei der aktuellen Geschäftslage bereits aus dem Konjunkturtal herausgeklettert. Bei den exportorientierten Unternehmen ist auch die Erwartungshaltung wieder gut", sagt der IHK-Experte. "Wir rechnen damit, dass in einigen Bereichen der Region in diesem Jahr Vollbeschäftigung herrscht", ist Schmitt optimistisch.

In der Umfrage gehen 80 Prozent der Firmen von einem gleichbleibenden Mitarbeiterstamm aus, zehn Prozent rechnen mit mehr Personal, und zehn Prozent denken über Entlassungen nach.

Große Dynamik in der Region



Die Tendenz der Umfrage lässt sich aber auch schnell vor Ort bei den Unternehmen belegen. Einige Beispiele: Noch in dieser Woche wird etwa die Firma Natus in Trier mit einem symbolischen Spatenstich eine millionenschwere Investition starten. Mit der hochmodernen Produktionshalle und einem integrierten Verwaltungsgebäude wagt der Hersteller von Schaltanlagen die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Mittelfristig könnten gar 50 neue Arbeitsplätze entstehen, sagt Firmenchef Frank Natus.

Positiv auch die Entwicklung bei den Dienstleistungsunternehmen in der Region. Das IT-Haus in Föhren ist größter Systemanwender in Rheinland-Pfalz. Die 120 Mitarbeiter des IT-Haus bekommen in den nächsten Wochen noch einmal kräftig Verstärkung. "Wir werden mehrere Mitarbeiter einstellen und zudem beginnen am 1. August zwölf Azubis bei uns", sagt Geschäftsführer Thomas Simon. Die Geschäftslage sei gut, und zudem würden Firmen wieder Projekte auflegen, die sie bis dahin auf Eis gelegt hätten. "Ein Beleg, dass die Wirtschaft Fahrt aufnimmt", sagt Simon.

Optimistisch ist auch Birgit Steil von Steil Kranarbeiten in Trier. Die Unternehmensgruppe beschäftigt rund 130 Mitarbeiter. "Fünf Neuanstellungen sind geplant", sagt Geschäftsführerin Steil. Der Dienstleister kommt gerade im überregionalen und internationalen Geschäft gut voran. "Wir stellen Windkraftanlagen in Rumänien auf", erklärt Birgit Steil. Gerade in dem Geschäftsfeld Erneuerbare Energien sieht die Triererin großes Potenzial.