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Mehr Berufschancen für Jugendliche in der Großregion

Mehr Berufschancen für Jugendliche in der Großregion

Die grenzüberschreitende Berufsbildung in der Großregion soll ausgebaut werden. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten gestern Vertreter der beteiligten Teilregionen in Trier.

Trier. Viele regionale Unternehmen und Handwerksbetriebe haben schon heute Probleme, ausreichend Fachpersonal zu finden. Etwa 4000 Stellen können deshalb derzeit nicht besetzt werden. Wegen des demografischen Wandels wird sich die Situation in den nächsten Jahren weiter zuspitzen. Ein Grund, warum sich Landesregierung, Kommunen, Kammern und Gewerkschaften dafür einsetzen, dass die Großregion in Arbeitsmarktfragen enger zusammenarbeitet.
Die Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte deshalb das Ziel formuliert, bis Jahresende eine Rahmenvereinbarung über die grenzüberschreitende Berufsbildung unterschriftsreif zu haben. Die Sozialdemokratin hielt Wort. Knapp zwei Monate vor dem Ende der rheinland-pfälzischen Gipfel-Präsidentschaft wurde die Vereinbarung am Mittwoch in Trier unterzeichnet. "Das ist ein echter Durchbruch in der Zusammenarbeit zwischen Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Lothringen, Luxemburg, der Wallonie und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens", freute sich der Mainzer Arbeitsstaatssekretär David Langner.
Dank der Rahmenvereinbarung sollen die Mobilität von Auszubildenden und Arbeitnehmern erleichtert und die grenzüberschreitenden Angebote zur Aus- und Weiterbildung besser aufeinander abgestimmt werden. Es gebe zwar schon jetzt konkrete Projekte der Zusammenarbeit, etwa ein grenzübergreifendes Ausbildungsprogramm, sagte der luxemburgische Arbeits minister Nicolas Schmit unserer Zeitung. Allerdings kämpfe man gegen bürokratische Hürden an, weshalb das Programm auch nicht richtig funktioniere. Das, so Schmits Hoffnung, werde sich dank der neuen Vereinbarung nun aber wohl ändern.
Vorsichtig optimistisch äußerte sich der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Trier, Jan Glockauer. Man müsse jetzt auch mal den Mut haben, mit kleinen Projekten anzufangen, sagte Glockauer dem TV. In der Vergangenheit seien geplante Projekte wie ein Austausch von Lehrlingen häufig an bürokratischen Hürden wie Versicherungs- oder Vergütungsfragen gescheitert.
Der luxemburgische Arbeitsminister Nicolas Schmit kündigte an, mit der Großregion-Präsidentschaft seines Landes im nächsten Jahr das Thema grenzüberschreitende Berufsbildung weiter auf der Agenda zu haben.
In der Großregion leben elf Millionen Menschen. Laut Staatssekretär Langner ist das Gebiet mit 200 000 Pendlern die Region mit dem höchsten Grenzpendleraufkommen in Europa.