Mehr privates Holz

BITBURG. (kah) Privatleuten soll es ans Holz gehen: Das Modellprojekt "Eifel Wald und Holz aktiv" will die ungenutzten Holzreserven aus kleinen Privatwäldern der Region mobilisieren. Gestern tauschten sich in Bitburg etwa 150 Fachleute zu diesem Thema aus.

Wer in Sachen Holz im Land Rheinland-Pfalz einen Namen hat, war gestern in Bitburg. So wenig spektakulär der Anlass des Fachgesprächs zunächst klingen mag, so groß sind die Hoffnungen, die in das Besprochene gesetzt werden: es ging um Holznutzung im kleinen Privatwald. Deutschland schaue nach Bitburg, sagte Michael Prinz zu Salm-Salm, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände. Anlass für diese Behauptung gibt ihm das Modellprojekt "Eifel Wald und Holz aktiv". Der Waldbauverein Bitburg, Landesforsten Rheinland-Pfalz und der Holzabsatzfonds wollen dafür sorgen, dass die Privatwälder der Region stärker genutzt werden. Grund für dieses Bestreben ist die stark gestiegene Nachfrage - vor allem nach so genanntem Energieholz. Heimische Wälder sollen sie decken, die Wertschöpfung in der Region bleiben. Die Nutzung von Privatwäldern schaffe zudem Arbeitsplätze, betonte Johann Kohen, Vorsitzender des Waldbauvereins, nicht nur für Waldarbeiter, sondern unter Umständen auch in sich ansiedelnden Sägebetrieben. "Die Fichtenvorräte in Privatwäldern liegen 50 Prozent über denen aus den Staatswäldern", sagte Jacqueline Kraege, Staatssekretärin im Ministerium für Umwelt und Forsten - ein Beispiel dafür, dass Holzvorräte in Privatwäldern oft ungenutzt blieben. Zahlen des Waldbauvereins besagen, dass in der Eifel von einer jährlich nutzbaren Holzmenge zwischen acht und zehn Festmetern je Hektar nur zwei bis drei genutzt werden - ein guter Teil davon im Privatwald. Dieser bedeckt etwa 60 Prozent der Fläche in den Projekt-Forstämtern Bitburg und Neuerburg. Um an das Holz heranzukommen, sucht das Pilotprojekt den Kontakt zu Waldbesitzern. Förster bieten ihnen ihre Dienste an: von der Durchforstung über die Ernte bis zur Vermarktung. Probleme, die sich immer wieder stellen, sind vor allem struktureller Natur; die Waldparzellen sind oft klein, schlecht zu erreichen und liegen verstreut. Daher sollen im Rahmen des Projekts Forstwege gebaut und der freiwillige Tausch von Land organisiert werden. Auch die klassische Flurbereinigung soll zum Einsatz kommen.