Mehr Umsatz, weniger Absatz

Mehr Umsatz, weniger Absatz

Weniger Absatz und trotzdem mehr Umsatz: Die Bitburger Braugruppe blickt "auf ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis zurück, das über den eigenen Erwartungen liegt". Das Familienunternehmen hat seine Bruttoumsatzerlöse auf 787,7 Millionen Euro (+2,4 Prozent) gesteigert.

Bitburg. 2014 bleibt der Bitburger Braugruppe in guter Erinnerung. Als Sponsor der Deutschen Fußballnationalmannschaft haben die Brauer aus der Eifel von der Weltmeisterschaft in Brasilien und dem Titelgewinn der Löw-Truppe profitiert. "Zur Weltmeisterschaft war der Bierdurst der Deutschen sensationell", sagt Bit-Chef Werner Wolf. Doch der schlechte August und der miese Herbst hätten der Braugruppe dann doch noch das Jahresergebnis verhagelt.
Beim Flaggschiff, dem Bitburger Pils, ging der Umsatz um knapp vier Prozent oder 139 000 Hektoliter auf 3 417 000 Hektoliter zurück.
Die Mischbiere (Radler, Cola, Light) mit einem Plus von 8000 Hektolitern und vor allem das Alkoholfreie (0,0) und die Fassbrause mit einem Plus von 50 000 Hektoliter (+22 Prozent/insgesamt 278 000 Hektoliter) konnten das Minus beim Pils nicht ausgleichen.
In der Braugruppe - dazu gehören neben Bit noch König Pilsner, Licher, Wernesgrüner, Köstritzer, sowie Königsbacher und Nette - gab es insgesamt ein Minus von rund 150 000 Hektoliter (zwei Prozent) auf 7,3 Millionen Hektoliter (der TV berichtete).
Die Gastronomie bleibt für die Bitburger Braugruppe auch in Zukunft ein Schwerpunkt. In rund 60 000 Gaststätten und Kneipen werden die Produkte aus der Gruppe ausgeschenkt. Um diese Partner will sich die Brauerei in Zukunft noch mehr kümmern.
Gastronomen betreuen


"Wir werden den Gastronomen Seminare anbieten, um sie in Fragen rund ums Bier weiter zu unterstützen", sagt Werner Wolf.
In Sachen Mitarbeiterbetreuung ist die Bitburger anscheinend auf dem richtigen Weg. Vor wenigen Tagen belegte die Bitburger Braugruppe den dritten Platz des Focus-Awards "Bester nationaler Arbeitgeber 2015" in der Kategorie Lebens- und Genussmittelhersteller und zählt damit zu den besten Arbeitgebern der Branche.
Für Bit-Chef Wolf liegt dieses Urteil auch in der typischen Eifeler Mentalität begründet: "Das Familienunternehmen ist in der Art und Weise, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird, einfach gut - eben mit sehr viel Gefühl."
Und dies sei auch für die Zukunft wichtig. In der Braugruppe sind derzeit 1700 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa 1000 in Bitburg.
Die Mitarbeiterzahl soll weiter konstant hoch bleiben, viele Mitarbeiter, die schon Jahrzehnte dabei sind, scheiden aber in den kommenden Jahren aus. "Die Rente mit 63 wird für uns zum Problem", sagt der Bit-Chef.

Mehr von Volksfreund