Meine Wirtschaftswoche

Die bunte Warenhauswelt mit riesigen Mode-, Spielzeug- und Technikabteilungen, soliden Markenprodukten, einer Auswahl mittelmäßig auffallender Kleidung, Feinkost und ein paar Neuheiten - sie funktioniert nicht mehr. Das zeigt das Beispiel Karstadt.

Der Konzern hat in dieser Woche seine Chefin Eva-Lotta Sjöstedt verloren. Und nun heißt es, Eigentümer Nicolas Bergg ruen wolle das Unternehmen wieder loswerden. Handelsexperten meinen, dass Karstadt nur wachsen würde, wenn das Konzept komplett umgestellt wird: wie ein zweites Amazon im Internethandel am besten und in den Filialen alles neu. Als wenn das so einfach ginge! Ein Umbau kostet Geld, und nicht alle Filialen würden diese Sanierung überleben, mal abgesehen von Häusern wie in Trier - wo die Kaufkraft hoch und auch für ein solches Normalo-Angebot neben ganz billigen und recht teuren Einzelhändlern noch Platz ist. Karstadts Bedeutung schrumpft, der Noch-Eigentümer scheut das Risiko, und die Mitarbeiter haben zu Recht Angst um ihre Jobs. Geht es irgendwann nur noch darum, die 1-a-Lagen der besten Karstadt-Immobilien zu versilbern? Denkbar - und schade. Denn die Warenhäuser stehen für eine Einkaufskultur, die Generationen von Kunden das Konsumieren schmackhaft gemacht hat. Gut, wenn Karstadt das mit einem vertrauenswürdigen Investor doch gelänge. oht@volksfreund.de Diese und weitere Kolumnen finden Sie auf volksfreund.de/kolumnen Diskutieren Sie mit dem Autor auf Facebook via volksfreund.de/oht