MEINE WIRTSCHAFTSWOCHE

Nur Bares ist Wahres. Wer in Dänemark seine Tankrechnung oder im Restaurant bezahlen will, wird bald eines Besseren belehrt.

Die Regierung plant die Abschaffung des Annahmezwanges von Bargeld in vielen Bereichen. Und die dänische Reichsbank will mangels Nachfrage keine neuen Banknoten drucken. Mehr als drei Viertel aller Zahlungen erfolgen in Schweden und Dänemark bereits bargeldlos. In Deutschland sind es bislang nur 20 Prozent. Doch das digitale Bezahl-Zeitalter ist auch hier längst angebrochen. Nach Bank- und Kreditkarten revolutionieren nun Smartphones mit Near Field Communicaton (NFC) den Zahlungsverkehr. Apple Pay arbeitet ebenso damit wie die App "MyWallet" der Telekom. Sie machen das Smartphone zum digitalen Portemonnaie. Noch einen Schritt weiter geht das Start-up "number26.de/cash26/". Wer dies Internetportal aufruft, erfährt, wie digitales Zahlen geht. Wer die App auf seinem Smartphone hat, kann schon jetzt bei 3000 Händlern Bargeld abheben, einzahlen und bezahlen. Dabei sind unter anderem alle Filialen von Penny, Real und BUDNI. Bei Aldi Nord kann man schon länger bargeldlos zahlen. Die Zeitenwende im Zahlungsverkehr ist kein Grund für Glaubenskriege. Kosten- und Sicherheitsvorteilen steht die Angst vor dem gläsernen Verbraucher gegenüber. Auch wenn die Smartphone-Generation keine Bargeldnostalgie kennt, muss das Barzahlen weiter möglich sein. Es sollte Zwei-Kassen-Systeme geben. Größere Geschäfte mit vielen Kunden sollten mindestens eine Bargeldkasse und mindestens eine digitale Kasse haben. Der Verbraucher wird schnell herausfinden, wo die Schlange kürzer ist. Der Autor ist ehemaliger Chefredakteur des Handelsblatts und Buchautor. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" text="www.volksfreund.de/kolumne" class="more"%>