Meine Wirtschaftswoche

Unternehmen aus drei Wirtschaftszweigen haben in dieser Woche auf Probleme hingewiesen. Siemens will umbauen und sparen; Daimler rechnet mit weniger Umsatz, und die Deutsche Bank baut Stellen ab.

Das zeigt, wie die führenden Firmen mit den internationalen Märkten verwoben sind - und dass vom Wohlergehen der Weltwirtschaft Arbeitsplätze in Deutschland abhängen. Ob Elektrokonzern oder Autobauer: Beide brauchen zahlungskräftige Auftraggeber und Kunden in aller Welt.

Wenn beispielsweise die Nachfrage nach LKW in Südeuropa aufgrund der Schuldenkrise im Euro-Raum zurückgeht, spüren das auch die Großen jener Branche. Während die Autokrise sogar den Kunden nützt, wenn sie mehr Rabatt beim Händler bekommen, wirken sich die Probleme der Bankenbranche für viele Menschen negativ aus. Die Deutsche Bank baut den Konzern unter Druck um, die Gewinne schrumpfen. Investmentbanking ist nicht nur schlecht angesehen - Banker sind als Wertpapier-Zocker verschrien -, sondern es lohnt sich seit der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 (siehe rechts) schlicht nicht mehr wie früher.

So drücken Bankmanager die Kosten und gehen ans Personal. Kaum kalkulierbar scheint für die Banken zu sein, wie sich Europas Finanzkraft erholt. Deshalb freuen sich Bankchefs über den Einsatz der Europäischen Zentralbank. Sie kauft notfalls Anleihen klammer Staaten, das stabilisiert den Kreditmarkt. In Kauf genommen werden muss dafür eine Teuerung, wenn die EZB durch ihre Aktionen mehr Geld in Umlauf bringt. Dies spüren dann alle im Portemonnaie, weil sie für Waren und Dienstleistungen mehr bezahlen. oht@volksfreund.de

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