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Mieten und Wohnungspreise steigen

Mieten und Wohnungspreise steigen

In Szenevierteln der Großstädte ist der Wohnraum knapp. Die Preise steigen rasant. Im Bundesdurchschnitt entwickelten sich Mieten und Immobilienpreise hingegen nur etwas schneller als die Inflation, betont der Verband IVD.

Frankfurt/Trier. Das Wohnen in Deutschland ist erneut teurer geworden. Egal ob Miete oder Kauf: Vor allem in den beliebtesten Vierteln der Großstädte ziehen die Preise kräftig an. Doch dieses Bild trüge, betont der Immobilienverband IVD. Insgesamt liege die Teuerung bei Durchschnittsmieten nur knapp über der allgemeinen Inflation. Die Entwicklung der Preise für Eigentumswohnungen sei Teil eines überfälligen Aufholprozesses der deutschen Wohnungsmärkte, sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick bei der Vorlage des Wohn-Preisspiegels 2013/2014 am Dienstag in Frankfurt.
Große Unterschiede


Nach der Erhebung in 390 deutschen Städten klettern die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Deutschland zwar weiter. Der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert liege zum Ende des dritten Quartals bei knapp 1044 Euro und damit um 4,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, sagte Schick: "Damit liegt das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen immer noch 15 Prozent niedriger als vor 20 Jahren." Nach dem Immobilienboom der 1990er Jahre seien die Preise für Wohneigentum stark gesunken. Erst in den vergangenen drei Jahren sei eine Trendwende zu beobachten.
Diese sei allerdings von einer realen Nachfrage nach Wohnraum getrieben, von einer Blasenbildung könne keine Rede sein. Die Nachfrage nach jeder freien Wohnung sei größer als das Angebot. Schick: "In Märkten wie Spanien gab es eine Immobilienblase, wo heute Wohnungen zu Zehntausenden leer stehen." Die deutschen Märkte bräuchten eher ein größeres Angebot.
Zudem verteuerten sich die Mieten langsamer als öffentlich wahrgenommen. In den vergangenen zwölf Monaten seien die Neuvertragsmieten für Wohnungen in Deutschland flächendeckend in allen Klassen und Städtegrößen nur moderat gestiegen, berichtete der IVD. Im Durchschnitt koste eine nach 1949 gebaute Wohnung mit mittlerem Wohnwert nun 5,75 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter: Das entspricht einem Plus von 3,1 Prozent zum Vorjahr. Allerdings waren die Mieten ein Jahr zuvor nur um 2,6 Prozent gestiegen.
Zudem ist die Bandbreite riesig. In Deutschlands mit Abstand teuerster Stadt München müssen Mieter doppelt so viel bezahlen wie im Bundesdurchschnitt, in einer Stadt wie Arnsberg im Sauerland mit 3,70 Euro pro Quadratmeter deutlich weniger.
In den zehn größten Städten Deutschlands müssen Altmieter nicht nur mehr fürs Wohnen bezahlen, die Mieten für Neuverträge klettern auch überdurchschnittlich. Nach den Zahlen des IVD werden in diesen Städten für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 errichtet worden sind, Durchschnittsmieten von 8,27 Euro pro Quadratmeter verlangt - 5,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die höchsten Mieten werden in München (11,90 Euro, +6,25 Prozent), Stuttgart (10 Euro, +4,17 Prozent) und Hamburg (8,95 Euro, +5,29 Prozent) verlangt. Zum Vergleich: In Trier liegt der durchschnittliche Mietpreis laut IVD bei sieben Euro; im Vorjahr waren es noch 6,50 Euro. Das entspricht einer Steigerung von knapp acht Prozent binnen Jahresfrist.
Aus Sicht des Maklerverbands hat die Entwicklung gute Seiten: Sie kurbelt den Neubau an. Der private Mietwohnungsneubau werde attraktiver. Schon jetzt spiegele sich die Zunahme der Baugenehmigungen der letzten vier Jahre am Markt und der Preisentwicklung wider. Daher sei die diskutierte Deckelung der Mieten kontraproduktiv: Investoren würden ihr Kapital anderweitig investieren. dpa/ohtExtra

Dass Trier als Wohnort gefragt ist, zeigen auch weitere Untersuchungen, die die Mietpreisentwicklung unter die Lupe genommen haben. Laut dem Immobilienportal Immonet sind nämlich in der ersten Jahreshälfte 2013 die Mieten um 8,5 Prozent gestiegen. Eine unmöblierte Wohnung zwischen 60 und 120 Quadratmetern kostet demnach pro Quadratmeter im Schnitt 8,20 Euro kalt. Damit liegt Trier landesweit leicht unter dem Durchschnitt des Mietpreisanstiegs von neun Prozent, aber weit über dem Bundesdurchschnitt von sechs Prozent. "Besonders angespannt ist der Immobilienmarkt weiterhin in der Stadt Trier", sagte kürzlich LBS-Geschäftsführer Thorsten Griebel dem Volksfreund. 20 Anfragen auf ein Objekt - das sei die Regel. Daneben sind Bitburg, Schweich und Wittlich gefragt. hw