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Mit eigenen Kreationen im Trend

Setzen auf Sekt und neue Getränke-Kreationen: Herres-Marketingleiterin Petra Roth und Geschäftsführer Adolf Lorscheider.Foto: Heribert Waschbüsch
Setzen auf Sekt und neue Getränke-Kreationen: Herres-Marketingleiterin Petra Roth und Geschäftsführer Adolf Lorscheider.Foto: Heribert Waschbüsch
TRIER. Der Wellness- und Gesundheitstrend macht's möglich: Die Trierer Herres Gruppe entwickelt und produziert neben dem Hauptabsatzprodukt Sekt immer neue Fitnessdrinks. ARRAY(0xaea7e8a8)

Brombeere, Pflaume, Pfirsich: Was im Lager der Herres Gruppe steht, symbolisiert den aktuellen Geschmackstrend der Verbraucher - und damit den Weg, den die Getränkebranche derzeit geht. Denn das Trierer Unternehmen hat sich in seiner 50-jährigen Geschichte in Deutschland zu einem der großen Produzenten von allerlei flüssigen Köstlichkeiten mit Wein, Sekt und Spirituosen gemausert. "Unsere Branche ist ein Verdrängungsmarkt. Der Sektkonsum stagniert seit einigen Jahren", sagt Herres-Marketing-Leiterin Petra Roth.Neue Ideen, neue Produkte

Grund genug, dass sich das Trierer Unternehmen etwas hat einfallen lassen: Weit mehr als 300 Eigenmarken produziert das Unternehmen unter anderem für Deutschlands größte Discounter. Daneben zählen die bekannten Sektmarken Römer Sekt, Schloss Trier, Alt Trier Sekt oder der Perlwein Kellergeister, sowie wein- und fruchtweinhaltige Cocktails und Premixes auf Alkoholbasis zum Portfolio der Herres Gruppe. Neben den traditionellen Produkten wie Sekt, Perlweine und Prosecco steht insbesondere die Kreation neuer Getränke im Vordergrund. Schwerpunkte legt man im Entwicklungsteam bei Herres einerseits auf alkoholfreie Wellnessdrinks andererseits auf neue Genüsse bei alkoholischen Getränken. Beispielhaft sind etwa die beiden Wellnessgetränke "Vital Drink" und "Active Drink", die die Herres-Tochter Pro Health Vital Drink GmbH bundesweit als Lizenznehmer für das Sport- und Aktiv-Label "Fit for Fun" produziert und vermarktet. Wellnessgetränke machen inzwischen mehr als zehn Prozent des Umsatzes aus. "Es gibt ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein und wellness-orientiertes Denken, worauf wir aufbauen können", sagt Roth, die mit zwei weiteren Mitarbeitern das Marketing für die Herres-Produkte aufbaut. Auch jenseits von Entwicklungsabteilung und Marketing ist das quirrlige Unternehmen mit 95 Mitarbeitern recht schlank aufgestellt und flexibel, auf Neues zu reagieren. 65 Millionen Flaschen haben sie 2003 abgefüllt. In rund 30 Exportländer werden Herres-Produkte geliefert. Reaktion ist auch in der Produktion gefragt, wo Harald Strupp seit 24 Jahren als Kellermeister arbeitet. Mit der größten Sektabfüllanlage der Welt wird das Hauptprodukt des Unternehmens verarbeitet. 80 000 Flaschen schafft die Anlage in der Stunde. Im Mostzustand oder als Wein kommt das Grundmaterial überwiegend aus Deutschland, Italien, Spanien und Österreich nach Trier. Etwa 43 Millionen Liter Tankvolumen hält die Herres Gruppe allein am Standort Trier vor. Dass bei so viel Flüssigkeit und so zahlreichen Produkten nichts vertauscht wird, dafür sorgt eine detaillierte Planung und Abstimmung zwischen allen Abteilungen. Das reicht von kleinen Chargen von 7000 Litern pro Auftrag bis zu Tagesabfüllungen auf der Großanlage. Danach richtet sich auch die Arbeit in ein oder zwei Schichten. "Eines der wichtigsten Kriterien ist die Qualitätssicherung", sagt Harald Strupp. "Hier investieren wir regelmäßig und sind eines der wenigen Unternehmen der Branche, die mit dem Internationalen Food Standard (IFS) sowie der Iso ausgezeichnet sind." Neben der Sektkellerei Peter Herres und der Pro Health Vital Drink GmbH gehören auch die Keller Geister GmbH & Co. KG sowie die Layat Champagner- und Sekt-Vertriebs GmbH zur Unternehmensgruppe. Mit diesem Mix von klassischen Riesling-Sekten über innovative Mischgetränke bis zu alkoholfreien Wellness-Drinks hat die Trierer Gruppe Erfolg. "Neben dem Sekt haben wir so weitere Standbeine, die uns alle Möglichkeiten für die Zukunft bieten", sagt Geschäftsführer Adolf Lorscheider. Denn es gebe einen Konsumbruch. "Alkoholische Getränke, Sekt und gesunder Genuss schließen sich nicht mehr aus", sagt Lorscheider, der mit Nicole Herres aus der Gründer-Familie das Unternehmen leitet. "Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen, das eine tun, ohne das andere zu lassen."