Mitarbeit der Riva H.E.S. aus Trier und Horath streiken seit 10,5 Wochen

Kostenpflichtiger Inhalt: Streik : Und jetzt wird vor der Porta gestreikt

Seit zehneinhalb Wochen sind die 130 Beschäftigten von Riva H.E.S. in Trier und Horath (ehemals Drahtwerk) im Vollstreik. Die Belegschaft kämpft um einen Anerkennungstarif. Heute ab 11 Uhr wird vor der Porta Nigra gestreikt. 300 bis 500 Teilnehmer werden erwartet.

Es ist der längste Streik in der Geschichte von Rheinland-Pfalz. Seit dem 11. Juni sind die Mitarbeiter  der beiden Riva-Werke in Horath (knapp 100) und Trier (rund 36) in einem sogenannten Vollstreik. Nachdem die Geschäftsführung des italienischen Riva-Konzerns in der zehnten Verhandlungsrunde eine Schlichtung abgelehnt hat, ist auch weiterhin keine Lösung des Tarifstreits in Sicht. Für heute 11 Uhr hat die IG Metall zur Kundgebung vor der Porta Nigra aufgerufen. „Wir rechnen mit 300 bis 500 Beteiligten aus ganz Deutschland“, erklärt der Trierer IG-Metall-Chef Christian Z. Schmitz. Dabei setzt er auf große Unterstützung: „Am Freitag wird wiederum die große Solidarität deutlich werden, die den Beschäftigten gilt. Neben Jörg Köhlinger (Bezirksleiter der IG Metall im Bezirk Mitte) werden auch die rheinland-pfälzische Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Eugen Roth, stellvertretender Bezirksvorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz/Saar, sprechen.“

Den Beschäftigten in der Region geht es um einen Anerkennungstarifvertrag. Derzeit verdienen sie rund 20 bis 30 Prozent weniger, als Kollegen mit einem Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie. Vor allem zahlt die Stahlgruppe mit Hauptsitz in Mailand in den drei anderen Standorten in Deutschland und den meisten weiteren der insgesamt 21 Werke Tarif. Für Schmitz ist deshalb die hartnäckige Weigerung der Geschäftsführung auf die Forderungen einzugehen, nicht zu verstehen. „Die Geschäfte laufen hier gut und die jetzige Haltung, einfach nicht zu reagieren, schadet sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeitern.“ Um finanzielle Engpässe zu mildern, haben die Katholische Arbeiterbewegung und die IG Metall ein Spendenkonto eingerichtet, um größere Härten bei Betroffenen abzufedern. 30 000 Euro wurden gespendet. Geld, das gut ankommt. Denn die Mitarbeiter, die für ihre Forderungen streiken, bekommen nur Lohnersatzleistungen in Höhe von 70 bis 90 Prozent des Bruttolohns.

 „Wir werden deshalb den Druck weiter erhöhen und hoffen, dass die Geschäftsführung einlenkt“, so Schmitz.

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