1. Region
  2. Wirtschaft

Modern, flexibel und umweltschonend

Modern, flexibel und umweltschonend

In 75 Tagen hat die Bitburger Braugruppe eine neue Abfüllanlage in Bitburg installiert. Rund 15 Millionen Euro investiert das Traditionsunternehmen in die neue Technik, die umweltschonend und kostensparend Getränke abfüllt - vor allem aber höchst flexibel ist.

Bitburg. Jan Niewodniczanski merkt man die Freude bei der Inbetriebnahme der neuen Abfüllanlage der Bitburger Brauerei sichtlich an. Der Geschäftsführer Technik und Umwelt der Braugruppe ist stolz auf die moderne Technik. In weniger als 75 Tagen wurde die alte Anlage demontiert, die Halle aufwendig saniert und die neue Flaschenabfüllanlage installiert. 15 Millionen Euro hat die Braugruppe in diese Maßnahme investiert.

Für Jan Niewodniczanski eine Meisterleistung, bei der Inbetriebnahme spart er nicht mit Lob an den Zulieferer Krones (Neutraubling) und an die eigenen Mitarbeiter. Die Anlage soll den Anforderungen der Verbraucher entgegenkommen. "Die Bedürfnisse der Konsumenten sind in den vergangenen Jahren sehr viel komplexer geworden, was zu einer explosionsartigen Entwicklung in der Artikelvielfalt am Markt, aber auch in den beteiligten Brauereien führt", erklärt der Technik-Chef.

Die neue Anlage kann bis zu 50 000 Flaschen in der Stunde in bis zu vier verschiedene Flaschenformate abfüllen. Und fünf unterschiedliche Kastenformen können so befüllt werden. Doch auch unter Aspekten des Umwelt- und Arbeitsschutzes könne die neue Anlage punkten. Niewodniczanksi: "Sie verbraucht 40 Prozent weniger Reinungsmittel und 40 Prozent weniger Wasser als die Altanlage." Für die Bitburger seien Investitionen wichtig, um die eigene Position zu halten. "Wir investieren in Menschen, Märkte, aber eben auch in Technik", so Jan Niewodniczanski. Zur langfristigen Investitionsstrategie der Bitburger Braugruppe gehöre es, jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag einzuplanen. Fast gleichzeitig erfolgt in Duisburg die Inbetriebnahme des Dosenpasteurs, der für die Produktion von Mischgetränken in Dosen notwendig ist.

Diese ständige Innovationsbereitschaft sei ein Kennzeichen des Unternehmens, das im kommenden Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert. Ganz anschaulich machte Volker Kronseder (Krones AG) die Leistungsfähigkeit der neuen Abfüllanlagen. "In der Zeit, in der ich hier meine Rede halte, hätte die Anlage rund 20 000 Flaschen abgefüllt." Er attestierte Bitburger auch, dass es nur wenige Brauereien in Deutschland gebe, die so innovativ seien.
Neben Bitburger gehören König, Licher, Köstritzer, Wernesgrüner, Königsbacher und Nette zur Braugruppe. 2015 erzielte die Gruppe einen Gesamtabsatz von 7,1 Millionen Hektolitern.
Die Hauptmarke Bitburger steuerte 3,8 Millionen Hektoliter zum Ergebnis bei. Das Unternehmen beschäftigt rund 1700 Mitarbeiter.
Für das laufende Jahr setzt vor allem Bitburger große Hoffnungen in die Fußball-Europameisterschaft. "Wir freuen uns alle auf dieses Großereignis und hoffen, dass alles reibungslos abläuft", sagt Werner Wolf, Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe. Und sonst zähle für die gesamte Braubranche: Das Wetter muss stimmen.Extra

 50 000 Flaschen kann die neue Abfüllanlage der Bitburger Brauerei pro Stunde in bis zu vier verschiedene Flaschenformen abfüllen.
50 000 Flaschen kann die neue Abfüllanlage der Bitburger Brauerei pro Stunde in bis zu vier verschiedene Flaschenformen abfüllen. Foto: (g_geld )

Die neue Abfüllanlage der Bitburger kann mit ihren 156 Füllstellen bis zu 50 000 Flaschen in der Stunde abfüllen. Sie hat ein Gewicht von zwölf Tonnen und wurde in 75 Tagen aufgebaut. Dafür wurden 30 Kilometer Kabel verlegt. Auf der 2700 Quadratmeter großen Hallenfläche wurden 230 000 Fliesen verlegt. hw