1. Region
  2. Wirtschaft

Möbel Martin klagt gegen Corona-Verordnung

Geschäftswelt : Möbel Martin klagt gegen Corona-Verordnung

Das Unternehmen darf seine Filialen im Saarland nach einen Gerichtsentscheid komplett öffnen.  Und was passiert mit dem Einrichtungshaus in Trier?

In Nordrhein-Westfalen dürfen Möbelhäuser aufmachen, unabhängig von der Verkaufsfläche. In Rheinland-Pfalz dürfen Möbel nach der schrittweisen Wiedereröffnung vieler Geschäfte nur auf 800 Quadratmetern verkauft werden. Noch. Denn das saarländische Unternehmen Möbel Martin hat Klage gegen diese Regelung der Corona-Schutzverordnung eingelegt. Es betreibt unter anderem eine Filiale in Konz. Es habe ihm keiner plausibel erklären können, warum etwa Baumärkte unabhängig von ihrer Größe ihre kompletten Geschäfte öffnen dürfen, Möbelhäuser aber nicht, sagte Nicolas Martin, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Geschäftsführung, auf Anfrage unserer Zeitung. Es müssten gleiche Kriterien für alle gelten. Eine Teilöffnung auf 800 Quadratmetern mache bei einer Größe der Filialen von 25 000 bis 45 000 Quadratmetern keinen Sinn, sagte Martin. Daher habe das Unternehmen Klage beim Verwaltungsgericht Mainz eingereicht. Dort will man laut Auskunft einer Gerichtssprecherin in der kommenden Woche über den Eilantrag entscheiden.

Im Saarland war man da schneller. Am Montag hat das Oberverwaltungsgericht in Saarlouis der Klage von Möbel Martin stattgegeben. Seit gestern haben dessen Filialen in Saarbrücken, Ensdorf und Neunkirchen wieder komplett unabhängig von ihrer Verkaufsfläche geöffnet.

Wenn die Einrichtungshäuser in Rheinland-Pfalz (neben Konz ist Möbel Martin in Zweibrücken, Mainz und Meisenheim vertreten) weiter geschlossen bleiben müssten, riskiere man den Fortbestand des Traditionsunternehmens und die Zukunft von 2000 Mitarbeitern, hieß es in einer Mitteilung. „Jeder Tag ist entscheidend“, sagte Martin unserer Zeitung. „Wir haben ein umfangreiches Hygienekonzept mit zahlreichen Vorkehrungen erarbeitet.“ Pro  50 Quadratmeter  werde eine Person in die jeweiligen Filialen gelassen. Die gesetzliche Vorgabe liege bei 20 Quadratmeter pro Person.

Möbel Ehrmann, das eine Filiale in Trier betreibt, hat alle Geschäfte wieder geöffnet. Allerdings auf verkleinerter Verkaufsfläche.