1. Region
  2. Wirtschaft

Molkereihochzeit kommt einen Schritt voran

Molkereihochzeit kommt einen Schritt voran

Die Arla-Familie soll weiter wachsen: Die Vertreterversammlungen des internationalen Molkereiunternehmens und der Eupener Genossenschaftsmolkerei Walhorn (EGM) in Belgien haben einer Fusion mit großer Mehrheit zugestimmt. Die soll auch positive Auswirkungen auf den Arla-Standort in Pronsfeld haben.

Walhorn/Pronsfeld. Wenn Mitte Juni wieder Milchpulver am Arla-Standort in Pronsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm) hergestellt wird und ab Herbst die neue Butterei ihre Arbeit aufnimmt, dann sieht sich das Eifeler Molkereiwerk bestens gerüstet, neue, zusätzliche Milchkontingente zu verarbeiten.
Und mit der jüngsten Zustimmung der beiden Vertreterversammlungen des schwedisch-dänischen Arla-Konzerns und der Eupener Genossenschaftsmolkerei Walhorn (EGM) aus Ostbelgien zu einer Fusion werden auch Kapazitäten von rund 100 Millionen Liter Milch frei, die in Walhorn selbst nicht verarbeitet werden können, Pronsfeld jedoch zusätzliche Milchmengen sichern könnte. Beide Gremien hatten jeweils zu über 90 Prozent einer Genossenschaftshochzeit zugestimmt.
Vorbehaltlich des Ja der belgischen und deutschen Kartellbehörden zu einem Zusammengehen von Arla und Walhorn, das für Ende Juli erwartet wird, gäbe es dann mit Produktionsstätten in Pronsfeld, Walhorn (Ostbelgien) und Nijkerk (Niederlande) mehrere Arla-Standorte innerhalb des Einzugsgebietes der Großregion, die sich ergänzen (siehe Grafik). "Das Milchmanagement ließe sich besser planen", schildert Arla-Pressesprecher Wolfgang Rommel die Vorzüge einer Fusion. Denn überschüssige Milch könne ohne großen Aufwand gleich von den anderen Werken verarbeitet und diese dann auch besser ausgelastet werden.
Stärker gegenüber dem Handel


Walhorn ist derzeit als Joint Venture organisiert. Mit 51 Prozent der Anteile ist die französische Molkerei Lactalis mit im Boot, die restlichen Anteile hält die EGM. "Arla will sich mit Latcalis an einen Tisch setzen und den Standort Walhorn weiterentwickeln", sagt Rommel. Derzeit werden in Ostbelgien 450 Millionen Liter Milch im Jahr verarbeitet. Mit den rund 800 Landwirten aus der Walhorn-Genossenschaft wächst die Zahl der Arla-Eigentümer mit einer Fusion in der Eifel, in Belgien und Luxemburg auf mehr als 3300.
Mit einer erstarkten Arla-Familie kann der Molkereikonzern nicht nur rentabler arbeiten und doppelte Arbeit vermeiden; die Hauptmotivation für eine Fusion sei es, "eine starke europäische Genossenschaft zu werden", sagt der Pressesprecher, um bei Verhandlungen mit dem Handel eine stärkere Position beziehen zu können - was sich letztlich auf den Milchpreis für die Bauern auswirken wird. "In der Branche wird es auch weiter zu Konsolidierungen kommen, es gibt nach wie vor zu viele Molkereien in Europa", sagt Rommel.Extra

Arla Foods ist eine globale Molkereigenossenschaft im Besitz von mehr als 13 500 Landwirten in den sieben Ländern Schweden, Dänemark, Großbritannien, Deutschland, Belgien, Luxemburg und nun erstmals auch in den Niederlanden. Arla-Produkte werden unter den Marken Arla, Lurpark, Castello oder Kærgården in mehr als 100 Ländern vertrieben. Deutschland gehört dabei zu den sechs Kernmärkten des Unternehmens. Nach dem Zusammenschluss mit der Pronsfelder Milch-Union Hocheifel (Muh) eG Ende 2012 ist Arla das drittgrößte Molkereiunternehmen in Deutschland nach dem Deutschen Milchkontor und der Privatmolkerei Müller geworden. Der Umsatz hierzulande liegt bei 1,45 Milliarden Euro. sas