| 21:31 Uhr

"Mosel" verkauft sich

Im März beschlossen, ab heute umgesetzt: Das geänderte deutsche Weingesetz, das eine Reihe von neuen Bezeichnungsvorschriften beinhaltet, besipielsweise „Mosel“ statt „Mosel-Saar-Ruwer“. TV-Foto: Archiv/Roland Morgen
Im März beschlossen, ab heute umgesetzt: Das geänderte deutsche Weingesetz, das eine Reihe von neuen Bezeichnungsvorschriften beinhaltet, besipielsweise „Mosel“ statt „Mosel-Saar-Ruwer“. TV-Foto: Archiv/Roland Morgen
1901 wurde erstmals für Deutschland ein gültiges Weingesetz erlassen. Seitdem wurde es immer wieder geändert, besonders gravierend im Jahr 1971. Heute tritt erneut eine Änderung in Kraft. Für unsere Region besonders wichtig: Das Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer heißt jetzt nur noch Mosel. Es gilt eine zweijährige Übergangsfrist. Von unserem Redakteur Winfried Simon

Trier/Bernkastel-Kues. Die Mosel-Weinkellereien und auch viele Moselwinzer haben lange dafür gekämpft, die Mehrheit der Saar- und Ruwerwinzer hingegen wollten es unter allen Unständen verhindern: Ab heute tritt ein geändertes deutsches Weingesetz in Kraft, das eine Reihe von neuen Bezeichnungsvorschriften beinhaltet. "Mosel" statt "Mosel-Saar-Ruwer" - das begrüßen vor allem exportorientierte Weinkellereien und Weingüter. Albrecht Ehses, Geschäftsführer des Verbandes der Mosel-Weinkellereien, geht davon aus, dass die meisten Kellereien sehr zügig die neue, einfachere Bezeichnung wählen. Ehses: "Dieses Thema hatten die Kellereien bereits vor mehr als zehn Jahren in die Gremien eingebracht. Endlich wird es auch möglich sein, einen Qualitätswein von der Mosel beispielsweise als "Mosel-Riesling" zu kennzeichnen."Saarwinzer wollen das Beste draus machen

Die Winzergenossenschaft Moselland eG, Bernkastel-Kues, wird nach Aussage von Martin Henrichs, Vorstand Vertrieb und Marketing, die zweijährige Übergangszeit "sehr individuell" behandeln. Henrichs: "Das hängt von den Kundenwünschen, aber auch von den vorhandenen Etikettenbeständen ab." Froh mit der Umbenennung ist Johannes Selbach, Weingut Selbach-Oster in Zeltingen-Rachtig. Selbach, der rund 60 Prozent seiner Weine exportiert, sagt: "Wir haben alle unsere Kunden angeschrieben, und alle begrüßen den einfacheren Gebietsnamen Mosel. In der Kürze liegt die Würze." Die bereits gedruckten Etiketten wird Selbach noch aufbrauchen, danach aber konsequent nur noch "Mosel" als Gebietsnamen verwenden. Die Saarwinzer hingegen trauern immer noch der im März diesesJahres von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Gesetzesänderung nach. Sie wollen aber nun das Beste daraus machen, wie Armin Appel, Vorsitzender der Freunde des Saarweines e.V., gegenüber dem TV erläutert.Appel: "Winzer, die den größten Teil ihrer Weine vor Ort vermarkten, werden sicherlich so lange wie möglich die Bezeichnung Mosel-Saar-Ruwer beibehalten." Viele würden aber auch die Möglichkeit nutzen, nun in etwas größerer Schriftgröße unter oder über dem Namen "Mosel" den Begriff "Bereich Saar" aufs Etikett zu schreiben. Und Appel wünscht sich, dass möglichst viele Saarwinzer nun von dem neu eingeführten Begriff "Saar-Riesling" Gebrauch machen. Es müsse für den Kunden ersichtlich bleiben, dass es sich um einen Saar- und nicht um einen Moselwein handele.