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Mühsam geerntete Früchte

Mühsam geerntete Früchte

TRIER. Die Arbeitslosigkeit trifft zunehmend auch die Rentenkassen: Denn immer mehr Menschen wechseln von der Arbeitslosigkeit in die Rente. Und immer mehr Rentner nehmen Abschläge in der Altersversorgung in Kauf.

Noch wird Rücksicht genommen: Sei es, dass Frauen besonderen Vertrauensschutz genießen, Schwerbehinderte, Menschen in Altersteilzeit und Arbeitslose auch. Sie können unter bestimmten Bedingungen und je nach Alter schon mit 60 Jahren ohne oder mit nur geringen Abschlägen in den Ruhestand gehen. Später Geborene oder diejenigen, die aus einem der Raster fallen, haben Pech: Für sie wird die Altersgrenze in Monatsschritten angehoben. Und sie müssen mit Abschlägen bei vorzeitiger Rente rechnen.Die durchschnittliche Höhe der Altersrente in Deutschland lag im vergangenen Jahr laut Zahlen der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) bei 816 Euro im Monat. Besser schnitten im Mittel Schwerbehinderte mit 1157 Euro sowie Altersrentner aus Arbeitslosigkeit und Altersteilzeit mit 1332 Euro ab. Schlechter schnitten allerdings Frauen mit einer durchschnittlichen Rente von 751 Euro ab.

Dabei schlägt sich die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt zunehmend auch auf die Renten durch. Fast jeder fünfte Versicherte in Westdeutschland, der eine Altersrente in Anspruch nahm, war vor dem Übergang in den Ruhestand arbeitslos. Dabei lag die Zahl der vormals arbeitslosen Frauen um 27 Prozent über denen arbeitsloser Männer.

Außerdem nimmt die Zahl derer zu (plus elf Prozent im Westen), die erst mit 65 Jahren, also im Regelalter in Rente geht. Insgesamt gingen Männer 1,2 Monate später, Frauen 2,4 Monate später in den Ruhestand.

Andererseits, so ermittelte die BfA, steigt auch der Teil derjenigen, die mit Beginn ihrer Rente Abschläge in Kauf nehmen. Bei den Altersrenten mit vorgezogenem Rentenbeginn sind das immerhin schon zwei Drittel und an allen Altersrenten rund 43 Prozent. Durchschnittlich 39 Monate früher vor dem regulären Beginn geht der deutsche Rentner in den Ruhestand. Er verzichtet dabei auf rund 117 Euro im Monat. Immerhin von acht auf 13,9 Prozent ist der Anteil der Rentner aus Altersteilzeit an allen Ruheständlern gestiegen.

Laut BfA scheint "die Möglichkeit der Beschäftigung bis ins hohe Lebensalter derzeit in vielen Fällen nicht realisierbar". Schließlich werden schon 2006 in Ostdeutschland mehr Arbeitnehmer über 50 Jahre sein als unter 30, im Westen wird diese Hürde 2008 erreicht.