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Nach oben geht es schnell

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Freude und Frust wegen der Ölpreise: Während Heizöl billiger wird, bleiben die Spritpreise hierzulande unverändert. Warum in Luxemburg die Preise an den Zapfsäulen fallen und in Deutschland nicht.

Trier/Luxemburg. Viele Verbraucher haben nicht mehr daran geglaubt: Der Ölpreis sinkt - und das sogar vor dem Winter. Was aber viele ärgert: An den Zapfsäulen ist nichts von dem sinkenden Preisen zu spüren. Seit Tagen verharrt der Spritpreis auf hohem Niveau. 1,549 Euro kostete gestern Mittag der Liter Super in Trier - wie schon seit Tagen. Der Frust der Autofahrer wächst. Warum fallen die Ölpreise, aber der Sprit bleibt unverändert teuer?

Jenseits der Grenze fallen die Preise



Gegenüber Juli ist der Preis an Trierer Tankstellen zwar um acht Cent gefallen, der Liter Heizöl ist im gleichen Zeitraum um über zwölf Cent billiger geworden, aktuell müssen für 100 Liter Heizöl (bei einer Bestellmenge von 3000 Litern) im Schnitt 83 Euro bezahlt werden.

Vergleicht man die Entwicklung der Spritpreise in Deutschland mit denen in Luxemburg, fällt auf, dass seit Tagen die Preise an den dortigen Zapfsäulen fallen. 1,244 Euro kostet dort der Liter Super, vor einer Woche waren es noch 1,269 Euro. Am teuersten war der Sprit jenseits der Grenze im Juli mit 1,322 Euro für den Liter Super. Derzeit liegt der Spritpreis in Luxemburg sechs Cent über dem von Anfang des Jahres. Warum geben die Ölkonzerne in Luxemburg die Preissenkungen auf dem Ölmarkt an die Kunden weiter und in Deutschland nicht? In Luxemburg legt das Wirtschaftsministerium die Höchstpreise fest, sie gelten einheitlich für alle Tankstellen im Land, einzelne, freie Tankstellen weichen meist minimal nach unten davon ab. Die Preise in Luxemburg orientieren sich an den aktuellen Preisen auf den Rohölmärkten, die Ölkonzerne können nicht die Preise frei bestimmen, einen Preiskampf gibt es daher an den dortigen Zapfsäulen nicht.

Seit Tagen fordern Automobilverbände wie ADAC und Automobilclub Europa, dass aufgrund der niedrigeren Ölpreise auch bei uns die Spritpreise fallen müssten. Doch die Ölkonzerne sehen dafür keinen Spielraum: Der Benzinpreis könne nicht so stark sinken wie der Ölpreis, weil der hohe Steueranteil beim Sprit sich nicht verändere, heißt es beim Mineralölwirtschaftsverband. Unerwähnt bleibt, dass die Konzerne aufgrund der niedrigeren Preise auch weniger für den Sprit bezahlen und damit mehr verdienen.