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Nach Super-Sommer 2018: Geschäft des Gerolsteiner Brunnens normalisiert sich.

Getränke : Absatz-Minus, aber Mehrweg-Plus

Nach Super-Sommer 2018: Geschäft des Gerolsteiner Brunnens normalisiert sich.

Als sich im Super-Sommer 2018 vor den Werkstoren des Gerolsteiner Brunnens lange LKW-Schlangen bildeten und die Wasserflaschen in Deutschland knapp wurden, um den schier unbändigen Sprudeldurst der Deutschen bei nahezu tropischen Temperaturen zu löschen, wurde dies selbst den Firmenoberen in der Vulkaneifel allmählich ungeheuer. „Das geht alles, so eine Marktlage ist aber mit großen Anstrengungen für alle Mitarbeiter verbunden. Und: So extrem muss es nicht jedes Jahr sein“, sagt Roel Annega, Vorsitzender der Geschäftsführung des Gerolsteiner Brunnen rückblickend.

Umso zufriedener ist er mit dem Absatz und Umsatz des Brunnens in einem „normalen Jahr“ wie dem vergangenen Jahr, auch wenn beides nicht an die Rekordwerte von 2018 heranreichen kann.

 „Die Lage hat sich normalisiert, und für Gerolsteiner stellt sich der Trend weiter positiv dar“, kommentiert der Niederländer die gestern bekanntgegebenen Jahreszahlen. Im Detail lauten sie: Insgesamt hat der Eifeler Brunnen im Jahr 2019 rund 7,8 Millionen Hektoliter Mineralwasser und Erfrischungsgetränke abgesetzt, minus 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gesamtumsatz liegt mit 301,9 Millionen Euro 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Wir haben diese Entwicklung erwartet, und die ausgebliebenen Sondereffekte von 2018 machen sich folglich im Geschäftsverlauf bemerkbar“, sagt Annega.

Wachstum verzeichnet das Unternehmen aus der Vulkaneifel vor allem bei Glas-Mehrweg und im Trendsegment stilles Mineralwasser. „Das Wachstum bei Glas-Mehrweg ist rasant, während Einweg-PET eindeutig abnimmt. Der Verbraucher setzt unserer Einschätzung nach immer stärker auf Qualität und Umweltschutz“, sagt der Gerolsteiner-Chef. So hat etwa allein die schon vor zehn Jahren eingeführte 1-Liter-Glas-Mehrweg-Flasche im 6er-Kasten gegenüber dem Boomjahr 2018 im vergangenen Jahr ihren Absatz um 13,7 Prozent gesteigert. „Der Trend zur Glasflasche setzt sich fort, und wir legen einen deutlichen Fokus auf Mehrweg“, sagt Roel Annega und verweist auf eine neue 0,75-Individualglasflasche im 12er-Kasten. Ohnehin liegt der Mehrweganteil beim Gerolsteiner Brunnen inzwischen bei rund 67 Prozent und damit innerhalb der Mineralwasserbranche (38 Prozent Mehrwegquote, Mehrwegquote insgesamt 42 Prozent) weit vorn.

Hier nimmt das Unternehmen den zweiten Trend in der Branche auf, nämlich den zu stillem Mineralwasser. Denn seit Oktober gibt es das neue Glas-Mehrweg-Gebinde bereits, Sprudel und Medium folgen in diesem Jahr. „Die Steigerungen bei Gerolsteiner Medium und Gerolsteiner Naturell verzeichnen wir bereits seit Jahren“, erklärt der Gerolsteiner-Chef. In wenigen Wochen geht daher zudem eine weitere neue Glas-Mehrweganlage in Betrieb, Lager- und Verladekapazitäten werden ausgebaut, die Investitionen liegen laut Annega im gehobenen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Ein wichtiges Engagement, machen die Kernprodukte aus Mineralwasser schließlich 96 Prozent des Gesamtabsatzes aus.

Doch auch bei den Erfrischungsprodukten (Geschäftsanteil vier Prozent) sieht der Gerolsteiner Brunnen noch Luft nach oben. „In Deutschland gibt es einen großen Bedarf an Schorlen und Limonaden. Da wollen wir uns mehr beteiligen und diesen Bereich stärker ausbauen“, sagt Roel Annega. Und so verspricht sich der Brunnen neue Wachstumsimpulse von zwei saisonal begrenzten Editionen: So kommen von Juli an drei Gerolsteiner Sommerlimonaden auf den Markt, im Herbst drei Apfelschorlen.