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Natus-Mitarbeiter mehrheitlich gegen Betriebsrat

Natus-Mitarbeiter mehrheitlich gegen Betriebsrat

Die IG Metall ist mit dem Vorhaben gescheitert, bei der von ihr kritisierten Trierer Firma Natus einen Betriebsrat einzurichten. Der Geschäftsführer kündigte heute an, nun selbst eine Mitarbeitervertretung zu organisieren.

Darüber, was am Donnerstagnachmittag während der gut besuchten und offenbar auch recht hitzigen Belegschaftsversammlung bei der Trierer Firma Natus geschehen ist, gibt es unterschiedliche Ansichten. Fest steht: Anders als von der IG Metall geplant, konnte kein Vorstand gewählt werden, der Betriebsratswahlen organisiert. Denn die sechs aufgestellten Kandidaten erhielten nicht die nötige absolute Mehrheit. Damit ist die Einrichtung des von der Gewerkschaft so vehement geforderten Betriebsrats vorerst gescheitert. "Dies ist ein deutliches Zeichen", sagte Geschäftsführer Frank Natus am späten Nachmittag und kündigte an, nun selbst eine Belegschaftsvertretung zu etablieren. Auf dem Sommerfest der Firma am Freitag will er dieses Thema zur Sprache bringen. Von den Vorwürfen der IG Metall distanziert er sich. "Wie in jedem Betrieb gibt es Probleme, aber wir haben ein gutes Betriebsklima", sagt Natus. Er habe keineswegs versucht, die Einrichtung eines Betriebsrats zu verhindern. Die Belegschaft habe frei gewählt und das Ergebnis sei deutlich. Das findet auch die IG Metall, deren Sprecher Patrick Georg betont, dass 203 der 438 Wähler und 458 Anwesenden sich für einen Betriebsrat ausgesprochen haben. "Trotz der Einflussnahme, die da herrschte", sagt er. Es habe ständig Störfeuer gegeben: Über ein zweites Mikrofon seien die Mitarbeiter von einem Kollegen aufgefordert worden, Nein auf ihre Stimmzettel zu schreiben. So etwas habe er noch nicht erlebt. "Wir werden da dran bleiben", sagt er. Denn eine Mitarbeitervertretung sei mit einem Betriebsrat nicht vergleichbar. Die Gewerkschaft will das Ganze zunächst juristisch prüfen lassen, ehe sie weitere Schritte einleitet. kah